Seit 60 Jahren in Deutschland. Doch sein Herz hängt an Griechenland
OTZ
Charalambos Dimopulos Herz hängt an Griechenland. Auch wenn er seit sechs Jahrzehnten in Jena und bis heute beim FCC zu Hause ist. Der Mittelfeldakteur drückt heute Abend zwei Mannschaften die Daumen. Und den Deutschen im Finale.
Jena. Im Viertelfinale der Fußball-EM trifft die deutsche Elf heute auf Griechenland. Nachgefragt bei einem Griechen, der sich auskennt und seit 60 Jahren in Jena zu Hause ist.
Herr Dimopulos, sind Sie an diesem Freitag mehr Grieche oder mehr Jenaer?
Mit meinem Herzen bin ich ganz bei Griechenland, ich habe ja auch bis heute die griechische Staatsangehörigkeit. Aber weil ich schon so lange hier lebe, gönne ich auch den Deutschen den Erfolg.
Und wenn Sie jetzt mal mit Ihrem fußballerischen Sachverstand argumentieren?
Dann sieht es natürlich nach einem Sieg für die deutsche Mannschaft aus.
Wie gut kennen Sie sich mit griechischem Fußball aus?
Eigentlich kaum. Ich habe die Griechen auch nur über die Europameisterschaft verfolgt, bei der sie den Titel holten.
Mit einem deutschen Trainer.
Genau.
Ins heutige Viertelfinale sind sie aber mit Glück gerutscht.
Mehr Glück als Verstand, das muss ich auch sagen. Aber so ist das im Fußball. Das Klima bevorteilt die Griechen natürlich manchmal auch. Sie können Hitze gut vertragen.
Sie selbst sind seit den 50er Jahren im Jenaer Fußball zu Hause. Wie sind Sie eigentlich hier her gekommen?
Meine Familie übersiedelte 1949 wegen des Bürgerkriegs in Griechenland nach Bulgarien und anschließend in die DDR. Ich bin in Radebeul zur Schule gegangen und danach zum VEB Carl Zeiss und Ingenieur geworden.
Und Sie haben bei den Junioren des SC Motor Jena angefangen. Ihr größter Erfolg?
Die Juniorenmeisterschaft in Leipzig 1957. 1:0 gegen den SC Lok Leipzig.
Können Sie sich noch an das Tor erinnern?
Nein. Ich habe ja auch selten welche geschossen, mehr vorbereitet.
Später sind Sie mit der zweiten Mannschaft des FC Carl Zeiss in die DDR-Liga aufgestiegen. In die Erste durften Sie als Ausländer aber nie. Hat Sie das eigentlich gewurmt?
Und ob mich das gewurmt hat. Obwohl ich gerne in dieser zweiten Mannschaft gespielt habe. Aber für mich stand nie zur Debatte, meine Staatsangehörigkeit abzulegen. Bis heute nicht. Das ist meine Abstammung, da hält man sich dran.
Sie trainieren heute noch die Alten Herren und die E2-Junioren. Warum?
In Deutschland wird der Fußball-Nachwuchs sehr gefördert und das ist gut. Man lenkt die Kinder von Unsinn ab, erzieht sie zu allerlei Sachverstand.
Gilt das auch noch für die Alten Herren?
Selbstverständlich. Aber wichtiger ist, dass die Kinder nicht herumlungern und mit 13 das Rauchen anfangen.
Dagegen hilft Fußball?
Sport ist allgemein ein wertvoller erzieherischer Prozess. Er motiviert zu eigenen Leistungen und einem eigenen Stil im Leben. Ich hatte erst mit Volleyball angefangen, habe auch gerne Handball gespielt und Basketball. Aber weil ich nur 1,65 Meter groß bin, blieb für mich nur Fußball übrig. Da ist es ganz gut, klein und wendig zu sein.
Wo werden Sie heute Abend das Spiel ansehen?
Zusammen mit meiner Lebensgefährtin.
Versteht sie was davon?
Ja, durch mich hat sie ein bisschen was mitbekommen.
Ihr Vorname bedeutet der vor Freude Strahlende. Bei welchem EM-Ausgang würden Sie denn besonders strahlen?
Wenn die deutsche Mannschaft Spanien schlägt.
Herr Dimopulos, sind Sie an diesem Freitag mehr Grieche oder mehr Jenaer?
Mit meinem Herzen bin ich ganz bei Griechenland, ich habe ja auch bis heute die griechische Staatsangehörigkeit. Aber weil ich schon so lange hier lebe, gönne ich auch den Deutschen den Erfolg.
Und wenn Sie jetzt mal mit Ihrem fußballerischen Sachverstand argumentieren?
Dann sieht es natürlich nach einem Sieg für die deutsche Mannschaft aus.
Wie gut kennen Sie sich mit griechischem Fußball aus?
Eigentlich kaum. Ich habe die Griechen auch nur über die Europameisterschaft verfolgt, bei der sie den Titel holten.
Mit einem deutschen Trainer.
Genau.
Ins heutige Viertelfinale sind sie aber mit Glück gerutscht.
Mehr Glück als Verstand, das muss ich auch sagen. Aber so ist das im Fußball. Das Klima bevorteilt die Griechen natürlich manchmal auch. Sie können Hitze gut vertragen.
Sie selbst sind seit den 50er Jahren im Jenaer Fußball zu Hause. Wie sind Sie eigentlich hier her gekommen?
Meine Familie übersiedelte 1949 wegen des Bürgerkriegs in Griechenland nach Bulgarien und anschließend in die DDR. Ich bin in Radebeul zur Schule gegangen und danach zum VEB Carl Zeiss und Ingenieur geworden.
Und Sie haben bei den Junioren des SC Motor Jena angefangen. Ihr größter Erfolg?
Die Juniorenmeisterschaft in Leipzig 1957. 1:0 gegen den SC Lok Leipzig.
Können Sie sich noch an das Tor erinnern?
Nein. Ich habe ja auch selten welche geschossen, mehr vorbereitet.
Später sind Sie mit der zweiten Mannschaft des FC Carl Zeiss in die DDR-Liga aufgestiegen. In die Erste durften Sie als Ausländer aber nie. Hat Sie das eigentlich gewurmt?
Und ob mich das gewurmt hat. Obwohl ich gerne in dieser zweiten Mannschaft gespielt habe. Aber für mich stand nie zur Debatte, meine Staatsangehörigkeit abzulegen. Bis heute nicht. Das ist meine Abstammung, da hält man sich dran.
Sie trainieren heute noch die Alten Herren und die E2-Junioren. Warum?
In Deutschland wird der Fußball-Nachwuchs sehr gefördert und das ist gut. Man lenkt die Kinder von Unsinn ab, erzieht sie zu allerlei Sachverstand.
Gilt das auch noch für die Alten Herren?
Selbstverständlich. Aber wichtiger ist, dass die Kinder nicht herumlungern und mit 13 das Rauchen anfangen.
Dagegen hilft Fußball?
Sport ist allgemein ein wertvoller erzieherischer Prozess. Er motiviert zu eigenen Leistungen und einem eigenen Stil im Leben. Ich hatte erst mit Volleyball angefangen, habe auch gerne Handball gespielt und Basketball. Aber weil ich nur 1,65 Meter groß bin, blieb für mich nur Fußball übrig. Da ist es ganz gut, klein und wendig zu sein.
Wo werden Sie heute Abend das Spiel ansehen?
Zusammen mit meiner Lebensgefährtin.
Versteht sie was davon?
Ja, durch mich hat sie ein bisschen was mitbekommen.
Ihr Vorname bedeutet der vor Freude Strahlende. Bei welchem EM-Ausgang würden Sie denn besonders strahlen?
Wenn die deutsche Mannschaft Spanien schlägt.







