Blicken wir zurück auf die lange und ereignisreiche Geschichte unseres Traditionsvereins, stolpern wir über viele Spieler- und Trainerpersönlichkeiten, die uns schnell den Begriff Legende verwenden lassen. Dabei ist dieser wohl kaum zutreffender als bei Georg Buschner, der 2007 mit 81 Jahren verstarb und heute seinen 100. Geburtstag gefeiert hätte.
Buschner („Ich war kein Fußballer, ich war Verteidiger.“), der es als Spieler mit Willen, Athletik und Disziplin nicht nur ins Oberligateam des SC Motor Jena, sondern bis in die DDR-Nationalmannschaft brachte, sollte jedoch als Trainer noch weit größere Spuren hinterlassen und deshalb nicht ohne Grund als DIE Trainerpersönlichkeit unseres Clubs und der DDR insgesamt gelten.
Der sechsfache Nationalspieler der DDR war nach seiner aktiven Laufbahn von 1970 bis 1981 Trainer der Fußballnationalmannschaft der DDR und betreute - im ersten Jahr als Auswahltrainer sogar zeitweise parallel - von 1958 bis 1971 die Jenaer Mannschaft, mit der er 1960 den FDGB-Pokal gewann und 1963 erstmals DDR-Meister wurde - ein Erfolg, den er 1968 und 1970 mit dem FC Carl Zeiss Jena wiederholen konnte.
Georg Buschner führte zusammen mit der Jenaer Friedrich-Schiller-Universität, an der er Geschichte, Pädagogik und Sportwissenschaft studierte, beim Verein moderne Trainingsmethoden ein. Kraft- und Ausdauertraining standen ebenso im Mittelpunkt wie Schusstraining und Analyse mit moderner Technik. Der Sportwissenschaftler übernahm 1970 gegen seinen Willen die DDR-Auswahl. 1972 wurde seine Mannschaft Olympia-Dritter, vier Jahre später gar Olympiasieger in Montréal.
Zu den größten Erfolgen gehört natürlich der unvergessene 1:0-Sieg gegen die westdeutsche Nationalmannschaft bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1974 durch ein Tor von Jürgen Sparwasser. Es sollte die einzige Endrundenteilnahme einer DDR-Fußball-Nationalmannschaft bleiben.
Zu seinem 80. Geburtstag sagte Georg Buschner im Tagesspiegel: "Die haben vor mir und nach mir nie wieder etwas gewonnen. Ich war der beste Fußball-Trainer der DDR. Für mich ist der Olympiasieg 1976 der mit Abstand größte Erfolg. Für andere war es der 1:0-Sieg gegen die Bundesrepublik bei der WM 1974. Mit der ganzen politischen Einordnung hatten aber weder wir noch die westdeutschen Spieler etwas zu tun. Politik war auf dem Rasen kein Thema."
Georg Buschner war unbestritten der Vater des Jenaer Erfolges. Sein Name bleibt ewig verknüpft mit den größten Zeiten unseres Clubs - so wie er unvergessen bleibt.