1:1 im Heimspiel gegen Sportfreunde Lotte

13.03.2019

Unser FCC kann im heimischen Ernst-Abbe-Sportfeld weiterhin nicht gewinnen, erringt gegen die Sportfreunde Lotte aber zumindest einen Punkt der Moral. Nach einem Eigentor von Mannschaftskapitän René Eckardt (71.) biss sich die Mannschaft zurück in die Partie und kam in Person von Fabien Tchenkoua kurz vor Schluss zum verdienten Ausgleich.

FCC-Trainer Lukas Kwasniok veränderte die Startelf unseres FCC im Vergleich zur 1:4-Niederlage in Kaiserslautern auf zwei Positionen: Für Raphael Koczor, der aus persönlichen Gründen nicht im Kader stand, rückte Jo Coppens in das Tor unseres FCC und feierte damit zugleich seine Einsatzpremiere unter Kwasniok. Florian Brügmann rückte zudem für Pierre Fassnacht in die erste Elf. Auf Seiten der Sportfreunde Lotte gab es drei Änderungen im Vergleich zum 1:2 gegen Fortuna Köln. Anstelle von Matthias Rahn, Sascha Härtel und Felix Drinkuth standen Jonas Hofmann, Thomas Blomeyer und Alexander Langlitz von Beginn an auf dem Platz.

Die Partie begann vom Anpfiff weg munter. Munter bließ auch der Wind durch das Ernst-Abbe-Sportfeld - in der 1. Halbzeit unterstützend im Rücken unseres FCC. Die sonst übliche Abtastphase ließen beide Teams komplett entfallen. Keine Minute war im Paradies gespielt, als der erste Eckball der Gäste genau vor die Füße von Oesterhelweg abgewehrt wurde. Der erfolgreichste Torschütze der Sportfreunde zog aus 14 Metern ab und verfehlte das Ziel nur knapp (1.). Auf der Gegenseite konnte Langlitz einen Distanzschuss von Brügmann im letzten Moment zur Ecke klären (3.). Als Dominik Bock gegen Oesterhelweg regelwidrig seinen Körper in den Laufweg stellte, bekam Lotte einen Freistoß aus aussichtsreicher Position zugesprochen. Der gefoulte Spieler trat den Ball aus 17 Metern selbst und traf das Außennetz (7.). Wiederum keine 120 Sekunden später leitete Eckardt per Brust auf Tietz weiter. Dessen Schuss aus dem Gästestrafraum fehlte das Zielwasser. Er traf Gerlach, der die Richtung des Balles leider nicht mehr entscheidend beeinflussen konnte, so dass Gästekeeper Kroll mit der Abwehr keine Probleme hatte (9.). Erneut bereits eine knappe Minute später ergab sich die bis dahin größte Tormöglichkeit für unseren FCC. Ein sehenswert vorgetragener Angriff landete bei Eckardt, der die Kugel für Starke auflegte. Dessen Schuss aus 12 Metern verfehlte nur knapp das Tor der Sportfreunde (11.). Es war ein starker Beginn unseres FCC, dem lediglich die Krönung in Form der durchaus möglichen Führung fehlte. Als Dominik Bock nach 22 gespielten Minuten aus 20 Metern abzog, hatten die Zuschauer bereits den Torschrei auf den Lippen, doch Kroll konnte im letzten Moment per Fußabwehr klären. Der böige Wind erwies sich im Laufe des Spiels immer mehr als möglicherweise entscheidender Faktor. Und bis zur Halbzeit war dieser - wie geschrieben - der Freund unseres FCC. Als wenig später der Ball zu Manfred Starke kam, sah sich dieser an der Strafraumkante gleich drei Gegenspielern gegenüber. Doch der Linksfuß behauptete das Spielgerät und zog mit dem rechten Fuß ab - Kroll klärte stark über die Querlatte (27.). Fast zum Tor eingeladen hatte unmittelbar danach Dominic Volkmer den Gast aus Westfalen. Ein Rückpass auf Coppens gerät deutlich zu kurz. Jovic spritzt dazwischen, Coppens reagiert schnell, kommt weit aus seinem Tor heraus und klärt im letzten Moment stark vor dem heranstürmenden Gästeangreifer (29.). Es war die letzte nennenswerte Aktion in der 1. Halbzeit, in der unser FCC in Summe die größeren Spielanteile und auch größere Anzahl von Tormöglichkeiten hatte.

Ohne personelle Änderungen ging es für beide Teams in die zweiten 45 Minuten. Allerdings hatten nun die Gäste den Wind im Rücken. Der einsetzende Regen beeinflusste hingegen beide Mannschaften gleich. Wie bereits im ersten Durchgang blieb auch in Halbzeit 2 den Gästen die erste Tormöglichkeit vorbehalten. Oesterhelwegs Schuss konnte jedoch von Grösch zur Ecke geklärt werden (46.). Die Gäste wussten den aerodynamischen Vorteil zu nutzen und so verschoben sich die Spielanteile zu Beginn der zweiten 45 Minuten etwas in Richtung Westfalen. Doch die nächste Möglichkeit hatte unser FCC. Nach einer Flanke von Tietz landet der Ball auf dem Kopf von Eckardt, dem beim Abschluss aus 14 Metern leider die nötige Präzision fehlt (53.). Auf der Gegenseite war es nach einer weitestgehend ruhigen Viertelstunde erneut der auffälligste Gästespieler Oesterhelweg, der sich in Szene setzen konnte. Vom linken Strafraumeck zog er trocken ab und verfehlte das Tor nur um etwa einen Meter (68.). 180 Sekunden später wurde René Eckardt zur tragischen Figur. Einen eigentlich ungefährlich getretenen Eckstoß der Gäste durch Al-Hazaimeh befördert der Jenaer Kapitän aus dem eigenen Fünfmeterraum unhaltbar für Coppens ins eigene Tor - 0:1 (71.). 60 Sekunden später zog der eingewechselte Wendel aus 25 Metern ab und setzte die Kugel an die Querlatte (72.). Aluminium verhinderte den Doppelschlag der Gäste. Auf der Gegenseite trieb Justin Gerlach, der heute wieder als Stürmer fungierte, die Kugel über die linke Seite nach vorne. Er kann erst im letzten Moment im Gästestrafraum gestoppt werden (76.). 12 Minuten vor dem Ende zog Lukas Kwasniok seine letzten beiden Offensivjoker: Felix Brügmann und Fabien Tchenkoua kamen in die Partie, Unglücksrabe René Eckardt und Justin Gerlach verließen das Feld. Und der eingewechselte Felix Brügmann wurde von Starke kurz nach seiner Hereinnahme eingesetzt. Er flankte von rechts in den Strafraum, wo Kübler am Elfmeterpunkt die Kugel aber trotz aller Akrobatik nicht mehr erreichte (82.). Im Anschluss an einen Eckball fehlt Philipp Tietz wenig später beim Abschluss aus eigentlich aussichtsreicher Position die erforderliche Präzision (84.). Erneut nur wenig später zieht Starke aus 13 Metern ab. Ein Lotter kann im letzten Moment auf der Linie klären. Beim anschließenden Eckball klärt erneut ein Lotter Knie den Kopfball von Felix Brügmann. Doch beim dritten Versuch ist es endlich soweit: Der eingewechselte Fabien Tchenkoua bekommt den Eckball auf den Kopf und vollendet aus Nahdistanz zum verdienten Ausgleich (88.). Drei Minuten betrug die Nachspielzeit. Unser FCC warf noch einmal alles nach vorne, doch am Ende blieb es beim 1:1. Lukas Kwasniok sprach vor der Partie von einem Spiel mit „definitiv vorentscheidendem Charakter“. Doch diese Vorentscheidung dürfte nach dem heutigen Remis zumindest vertagt sein.                     

Stimmen zum Spiel

Nils Drube (Trainer der Sportfreunde Lotte): "In der ersten Halbzeit ist Jena mit unheimlicher Wucht aber auch mit Unterstützung des Windes gekommen. Da mussten wir uns nach 20 Minuten erstmal schütteln. Die zweite Hälfte waren wir dann besser im Spiel. Gehen dann glücklich durch das Eigentor in Führung. Wenn ich meiner Mannschaft einen Vorwurf machen kann, dann, dass wir nicht das 2:0 gemacht haben. Das 1:1 am Ende ist aber leistungsgerecht."

Lukas Kwasniok (Trainer des FC Carl Zeiss Jena): "Eigentlich habe ich dem Gästetrainer nichts mehr hinzuzufügen, was die Spieleinschätzung angeht. Aber es ist phantastisch, mit welcher Leidenschaft, Galligkeit und Gier meine Mannschaft auftritt und das wird bis zum letzten Spieltag so sein. Ich glaube, gehen wir 1:0 in Führung, wird es für Lotte schwieriger. Aber wir werden bis zum Schluss alles investieren."

Statistik

FC Carl Zeiss Jena: Coppens - Bock, Grösch, Volkmer, Fl. Brügmann - Schau, Kübler - Starke, Eckardt (78. Tchenkoua) - Tietz, Gerlach (78. Fe. Brügmann)

VfL Sportfreunde Lotte: Kroll - Langlitz, Blomeyer, Straith, Al-Hazaimeh - Hofmann, Schulze, Oesterhelweg (89. Drinkuth), Chato (58. Wendel) - Wegkamp, Jovic (72. Reimerink)

Tore: 0:1 Eckardt (71., Eigentor), 1:1 Tchenkoua (88.)

Gelbe Karten: Bock (25.), Volkmer (44.) - Jovic (60.), Al-Hazaimeh (84.)

Schiedsrichter: Tobias Fritsch (Mainz)

Zuschauer:  3.574

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