Alles Gute zum 70. Geburtstag, Rüdiger Schnuphase!

23.01.2024

Wir gratulieren heute einem der ganz Großen unseres FC Carl Zeiss Jena herzlich zu dessen 70. Geburtstag: Herzlichen Glückwunsch, lieber Rüdiger Schnuphase!

In 260 Pflichtspielen im Dress des FC Carl Zeiss Jena eroberte sich Rüdiger Schnuphase die Herzen der FCC-Fans. 1954 in Werningshausen geboren, wechselte "Hase" 1976 als Nationalspieler vom Thüringer Rivalen Rot-Weiß Erfurt an die Saale, wo er acht Jahre lang unverzichtbarer Bestandteil der Zeiss-Elf wurde. "Es gibt nur einen Grund, warum ich damals nach Jena ging: Ich wollte es! Ich wollte unbedingt international spielen. Das war der ausschlaggebende Punkt, der Hauptgrund für mich, warum ich diesen Schritt gehen wollte. Ich wollte noch besser werden und deshalb mich auch im Training mit den Besten messen. Mir wurde klar, dass ich diesen Schritt gehen musste, wenn ich mich weiterentwickeln wollte." Und das tat er. In 196 Spielen in der DDR-Oberliga erzielte er 94 Tore. Bestritt für den FCC 29 FDGB-Pokalspiele, in denen er 9-mal traf und war für die Zeiss-Elf in 35 Europapokalspielen dabei, in denen er 8 Treffer beisteuerte. 

Rüdiger Schnuphase, der in Jena mit Ausnahme der Torwartposition in nahezu allen Mannschaftsteilen spielte, interpretierte in Jena die an sich defensive Rolle des Liberos so wie kaum einer vor ihm. 1982 gelang ihm sogar das Kunststück, als Libero mit 19 Treffern die Torjägerkanone zu holen, was die DDR-Fußball-Öffentlichkeit mit der Wahl zum "Fußballer des Jahres" honorierte. 

Seine größten Erfolge auf Clubebene waren der Gewinn des FDGB-Pokals 1980 und das darauffolgende Erreichen des Europapokalfinales mit dem FCC im Jahr 1981 in Düsseldorf gegen Dynamo Tbilissi (Tiflis). 

Aber auch mit der DDR-Nationalmannschaft, dessen Trikot er in 45 Länderspielen tragen durfte, erlebte Rüdiger Schnuphase erfolgreiche Momente. So nahm er 1974 als gerade einmal 20-Jähriger an der WM in der Bundesrepublik Deutschland und an den Olympischen Spielen 1980 in Moskau teil, wo er mit der DDR-Auswahl die Silbermedaille gewinnen konnte.

Rüdiger Schnuphase war ein Spieler, der von seiner bedingungslosen Hingabe und Einsatzbereitschaft lebte. "Ich wollte Tore schießen. Ich hatte diesen unbändigen Willen, zu treffen. Ich hatte das, was man heute Torgeilheit nennt. Ich ging ohne Rücksicht auf mich und – das muss ich heute so sagen – auch den Gegner zu Werke. Ich hatte den bedingungslosen Willen, Tore zu machen und sie auch zu verhindern. Diese Einstellung hat mich zum Nationalspieler und Torschützenkönig gemacht, und sie ist mir später auch zum Verhängnis geworden."

Gemeint sein dürfte hier die schwere Kopfverletzung, die sich Rüdiger Schnuphase beim Erzielen des 1:0 gegen Sparta Rotterdam im Novemr 1983 zuzog. Es brauchte ein Vierteljahr, bis er sich davon erholen und wieder Fußball spielen konnte. "Aber ich begann auf einmal zu überlegen, ging nicht mehr letztes Risiko. Und das war aber genau das, was mein Spiel ausgemacht hatte. Ich hatte nicht mehr diese Kompromisslosigkeit. Außerdem war ich auch bereits 30 Jahre alt und somit in einem Alter, in dem man schon generell mehr über manche Dinge nachdenkt. Ich konnte dies nicht mehr ablegen und hatte ganz sicher einige Prozente meiner Wirksamkeit verloren." 

Im darauffolgenden Jahr 1984 ging es für Rüdiger Schnuphase wieder zurück zum FC Rot-Weiß, wo er 1986 seine Karriere als Aktiver beendete - übrigens beim Spiel in Jena, wo ihn die blaugelbweißen Fans einen warmherzigen Empfang bereiteten.

Rüdiger Schnuphase bleibt als Spieler unvergessen. Wir wünschen ihm von Herzen alles Gute, vor allen Dingen Gesundheit und freuen uns auf ein baldiges Wiedersehen mit ihm hier in Jena zu einem Spiel seines FCC.

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