Chancenlos gegen den Spitzenreiter

30.07.2019

Mit 0:2 (0:1) verliert unser FCC sein Heimspiel gegen die Braunschweiger Eintracht. Dabei war man über 90 Minuten chancenlos und durfte mit dem Ergebnis noch hochzufrieden sein. Unsere Zeiss-Elf bleibt damit weiterhin punktelos.

 

Lukas Kwasniok hatte angekündigt, auch gegen den Top-Aufstiegsfavoriten nicht von seiner ballbesitzorientierten Spielidee abzurücken und Braunschweig den eigenen Stempel aufdrücken zu wollen. Personell wurde allerdings kräftig durchgewirbelt. Jannis Kübler rückte für Fassnacht auf die linke Außenverteidigerposition, Grösch ersetzte Hammann im Abwehrzentrum, während jener mit Ole Käuper die Doppel-Sechs bildete. Kapitän Eckardt kehrte nach überstandener Verletzung zurück ins Team. Für Donkor kam Pagliuca zu seinem Startelfdebüt.

Dabei zeigte sich früh, dass die Gäste - anders als noch Ingolstadt und Münster - Jena zunächst hoch aufrücken ließen, den Ballführenden erst sehr spät attackierten, dann aber umso massierter und aggressiver, um blitzschnell auszuschwärmen. Mit zunehmender Spieldauer kamen die Thüringer damit immer schlechter zurecht und es entwickelte sich eine Flut an erstklassigen Kontergelegenheiten, die Kobylanski (7.) und Bär (18., 21.) ungenügend verwerteten. Besser machte es Kapitän Kessel nach 29 Spielminuten und selbstredend nach einem Konter, als er einen zunächst entschärften Ball aus dem Hinterhalt flach in die Maschen jagte. Jena verlor völlig die Kontrolle und es war der desolaten Chancenverwertung der Gäste (41. Proschwitz an die Latte, 43. Hammann klärt auf der Linie) zu verdanken, dass die Partie zur Pause noch nicht entschieden war. Es musste etwas passieren, und dennoch waren Lukas Kwasnioks Optionen zur Pause bereits eingeschränkt, hatten doch der indisponierte Gabriele und der am Knie verletzte Kübler bereits vor dem Seitenwechsel das Feld verlassen müssen. 

Blieben personelle Wechsel zum Wiederanpfiff aus, so änderte sich doch die Spielweise der Blaugelbweißen. Man agierte nun geduldiger bei eigenem Ballbesitz, versuchte mit mehr Ruhe nach vorn zu kommen, spielte in Bedrängnis auch mal einen langen Ball in die Spitze und ging nicht defensiv mehr so hohes Risiko. Die Folge: Mehr Spielanteile für Blaugelbweiß. Chancen jedoch erspielten sich weiterhin nur die Gäste, erneut Bär (51.) sowie Pfitzner mit Pfostenkopfball (55.), Coppens mit Rettungstat unter Zuhilfenahme der Lattenunterkante (67.), Feigenspan allein vor Coppens (70.) hätten mehrfach die Entscheidung herbeiführen können. Und so wuchs, auch genährt durch eine Serie von Eckbällen die Hoffnung beim die eigene Elf nun besser unterstützenden Publikum, vielleicht doch noch einen späten lucky Punch setzen zu können. Die erste und einzige Möglichkeit überhaupt in den gesamten 90 Spielminuten war Nico Hammann vorbehalten, dessen Knallbonbon aus 25 Metern ans hintere Torgestänge knallte. Offensiv zu wenig, um wenigstens einen Zähler im Paradies zu halten. Und so machte der eingewechselte Ademi neun Minuten vor dem Ende den  Deckel drauf, als er nach Kirchers Ballverlust einen blitzschnell über die rechte Seite ausgespielten Konter freistehend vollendete. Es war der Schlusspunkt unter eine fußballerische Lehrstunde, wie sie die Mannschaft des FC Carl Zeiss in der gesamten letzten Saison auf eigenem Platz nicht erdulden musste, und von der sie sich bis zum kommenden Sonntag in Zwickau hoffentlich erholt. 

FC Carl Zeiss Jena: Coppens - Kübler (43. Schau), Sarr, Grösch, Kircher - Käuper, Hammann - Pagliuca, Eckardt (78. Günther-Schmidt), Gabriele (37. Donkor) - Skenderovic 

BTSV: Fejzic - Kessel, Nkansah, Kobylanski (87. Otto), Becker, Bär (68. Feigenspan), Wiebe, Kijewski, Pfitzner, Proschwitz (76. Ademi), Ziegele

Zuschauer: 7.114

Schiedsrichter: Thorben Siever (Fabian Maibaum / Florian Visse)

Tore: 0:1 Kessel (29.), 0:2 Ademi (81.)

Trainerstimmen:

Christian Flüthmann: Unser Plan ist aufgegangen. Wir wollten kompakt stehen, das Zentrum schließen und dann aus dem Zentrum schnell kontern. Es ist vieles gut gegangen, die Mannschaft hat das komplett durchgezogen. Was mir gefehlt hat, war die Chancenverwertung. Unter dem Strich bin ich sehr zufrieden. 

Lukas Kwasniok: Das Spiel war so klar, dass man nicht mehr hinzufügen muss. Wir haben einen Klassenunterschied gesehen und das Ergebnis ist aus unserer Sicht das Beste. Schlussendlich schmeichelhaft mit 0:2 verloren im schlechtesten Spiel, seit ich hier Trainer bin. Am Sonntag müssen wir anders da sein. Jannis Kübler wird uns mit einer Knieverletzung da wohl nicht zur Verfügung stehen, auch wenn die genaue Diagnose noch aussteht. 

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