Der "weiße Brasilianer" wird 50

17.11.2023

Der FC Carl Zeiss Jena gratuliert Bernd Schneider herzlich zu seinem 50. Geburtstag!

Wir gratulieren heute einem ganz, ganz Großen unseres Fußballclubs, dessen Weg ihn von der „Roten Erde“ bei „Aufbau Jena“ über den FCC bis hin in die weite Fußballwelt führte, die ihm völlig zu Recht den Namen „weißer Brasilianer“ gab: Bernd Schneider.

„Schnix“, wie ihn fast alle nennen, erhielt den Titel des „weißen Brasilianers“ aber nicht wie sonst „Fußballgötter“, die meist mehr durch ihre Leistungs- und Einsatzbereitschaft als ihre technischen Fertigkeiten brillieren. Bernd Schneider hingegen hatte alles – gesegnet mit einem gottgegebenen Talent und der nicht enden wollenden Liebe zum Ball, der sein Freund war. Doch Talent allein macht noch längst keinen Fußballer, der ohne Übertreibung zu den besten seiner Zeit auf der Welt gehörte. Ausgebildet beim FC Carl Zeiss Jena, dessen Fan er schon als Kind war, durchlief er die Technikschule der DDR, die die Beidfüßigkeit förderte, und nutzte jede freie Minute, um gegen den Ball zu treten. Und falls mal kein Fußball zur Hand war, sollte es eben ein Tennisball sein, den schon Kaiser Franz Beckenbauer als ideales Gerät zur Technikschulung hervorhob.

Bernd Schneider ist Jenenser. 24 Jahre seines Lebens verbrachte er in seiner Geburtsstadt, bevor es ihn 1998 nach dem Abstieg des FCC aus der 2. Bundesliga in die Beletage des deutschen Fußballs zur Frankfurter Eintracht zog, der er noch in der Saison zuvor im Zeiss-Dress zwei Tore einschenkte und sich somit offenkundig nachhaltig ins Gedächtnis der Hessen einbrannte.

Mit 9 Jahren wechselte er von Aufbau Jena (heute SV Lobeda 77) zum „Club“, für den er im Männerbereich 173 Spiele, davon 124 in der 2. Bundesliga, absolvieren sollte. Als Schnix 1998 zur Eintracht ging, war er mit 24 Jahren schon fast ein „Spätberufener“, dabei sollte seine unglaubliche Karriere erst jetzt richtig beginnen. Nach einem Jahr im Waldstadion ging es 1999 zur Werkself nach Leverkusen – es sollte, was damals freilich noch keiner ahnte, tatsächlich der letzte Vereinswechsel von „Schnix“ sein. In zehn Jahren bis zu seinem Karriereende 2009 absolvierte er 366 Spiele für Bayer, schoss dabei 52 Tore und bereitete 80 Treffer vor. 46-mal spielte er für Leverkusen in der Championsleague und absolvierte zudem 25 UEFA-Pokalspiele.  Mit Bayer wurde er zwei Mal Vizemeister und erreichte 2002 das Championsleague-Finale. Seit 1999 war Schnix ein fester Bestandteil der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. Insgesamt 81-mal trug er das DFB-Trikot und nahm dabei an der Europameisterschaft 2004 sowie den Weltmeisterschaften 2002 und 2006 teil, wo er Vizeweltmeister bzw. Turnierdritter beim „Deutschen Sommermärchen“ wurde und im Eröffnungsspiel die deutsche Nationalmannschaft gegen Costa Rica als Kapitän aufs Feld führte.

Heute wird Bernd Schneider, der nach seiner Karriere seinen Lebensmittelpunkt wieder in seine Heimatstadt Jena verlegte, 50 Jahre alt. Wir verneigen uns vor einer großartigen Karriere und vor allen Dingen einem tollen Menschen, der mit seiner Vereinstreue, seinem Fleiß, seiner Mannschaftsdienlichkeit und seiner für Spielerpersönlichkeiten seines Formats außergewöhnlichen und wohltuenden Bescheidenheit noch heute ein Vorbild ist.

Lieber Schnix, wir wünschen Dir einen großartigen Tag im Kreise Deiner Lieben und natürlich viel Gesundheit. Bleibe wie Du bist, Schnix!

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