Trainer Volkan Uluc musste seine Mannschaft vor der Partie gegenüber des 2:0-Erfolgs in Halle auf einer Position umstellen. Der angeschlagene Manassé Eshele wurde doch nicht rechtzeitig fit und durch Emeka Oduah ersetzt.
Die Chronologie der Begegnung ist schnell erzählt. Von Beginn an war unsere Mannschaft die klar bessere Mannschaft und konnte mit viel Ballbesitz und durchaus gefährlichen Torraumszenen überzeugen. Bereits nach zehn Minuten klingelte es deshalb auch erstmals im Kasten der Erfurter. Malik Talabidi fängt einen Pass der Gäste auf Höhe der Mittellinie ab und bedient den von links ins Zentrum ziehenden Timon Burmeister. Dieser nimmt das Spielgerät an, dribbelt einige Meter und kann nahezu unbedrängt ins lange Eck schieben. Das EAS explodiert, der FCC geht mit 1:0 in Führung. Auch in der Folge bleiben wir am Drücker. Ein vermeintliches Tor von Alex Prokopenko wird von Schiedsrichter Eric Weisbach wegen Abseits zurückgepfiffen. Als die Gäste erstmals gefährlich in Richtung unseres Strafraums unterwegs sind, spielt Ugondu das Leder zunächst mit der Hand und trifft anschließend Maxim Hessel mit dem Ellenbogen im Gesicht. Eine Strafe für den Übeltäter bleibt allerdings aus. Nach einer guten halben Stunde wurde es wieder laut im Paradies. Nicht nur, dass die Nachricht des Rückstands von Rivale Lok die Runde durchs Stadion machte, auch der nächste Treffer unserer Mannschaft sorgte für ein Freudenmeer. Nach einem weiten Einwurf von Lankford macht Talabidi den Ball im Sechzehner fest, bedient den besser postierten Burmeister, welcher das Leder butterweich in Richtung des langen Pfosten flankt, wo Moritz Fritz den Ball mit dem rechten Oberschenkel annimmt, um ihn mit dem linken Fuß über die Linie zu drücken. Das Sportfeld tobte, die Livetabelle zeigte den FCC als Tabellenführer an! Die Hoffnung der insgesamt 13.123 Zuschauer, diese Position auch nach der Partie inne zu haben, wurde immer größer. Vier Minuten vor der Halbzeit haben einige Zuschauer bereits erneut den Torjubel auf den Lippen. Nach Ecke der Gäste kontert der FCC, kommt durch Emeka Oduah im Strafraum zum Abschluss. Lorenz Otto im Kasten der Blumenstädter lässt prallen, steuert anschließend etwas unkoordiniert durch den eigenen Strafraum. Als Kevin Lankford sich ein Herz fasst und das Leder aufs Tor zieht, ist der Erfurter Schlussmann allerdings wieder voll auf der Höhe und klärt unkonventionell per Grätsche zur Ecke. Dieser Eckball brachte allerdings ebenso wenig Gefahr ein wie die letzten Minuten der ersten Halbzeit. Es ging zum Pausentee. Und auf den Tribünen wurde gerechnet, gehofft und geträumt… .
Gästetrainer Fabian Gerber zeigte sich mit den ersten 45 Minuten seiner Mannschaft nur wenig zufrieden und wechselte zur Halbzeit gleich dreimal aus. Noch bevor das Spiel in Jena aber wieder an Fahrt aufgenommen hatte, gelang Lok der Ausgleich. Der Platz an der Sonne gehörte aber trotzdem weiter dem FCC. Als nur zwei Minuten später gar das 1:2 der Magdeburger fiel, wurde es erneut laut im EAS. In der 54. Minute konnten sich die Gäste ihre bis erste und am Ende dann auch einzige gefährliche Torchance erspielen. Ugondu, der heute vor allem durch Meckern und ständige Diskussionen mit Maxim Hessel auffiel, konnte sich in dieser Szene gegen Butzen durchsetzen und beförderte das Leder Richtung langen Pfosten. Liesegang wäre wohl ohne Chance gewesen, doch der Ball verfehlte das Jenaer Gehäuse um wenige Zentimeter. Das eigene Spiel hatten unsere Jungs im Griff, nur die Informationen aus dem Bruno-Plache-Stadion trübten die Stimmung im EAS. Binnen zehn Minuten drehte Lok die Partie auf 4:2 und zerstörte damit auch die letzten Hoffnungen von Fans, Verantwortlichen und natürlich auch Spielern des FCC auf Tabellenplatz eins. Und so war die Spannung dann etwas raus. Unsere Mannschaft hatte die Partie im Griff, konnte aber weder beim Kopfball Talabidis noch bei Schusschancen von Burmeister, Lankford und dem eingewechselten Wähling das Ergebnis ausbauen.
Und so blieb es am Ende bei einem ungefährdeten und auch in der Höhe mehr als verdienten 2:0-Derbysieg unserer Farben. Die Mannschaft durfte sich nach der Partie noch einmal vom Stadion feiern lassen, auch wenn das ganz große Fest am Ende dann doch ausblieb. Danke an die Mannschaft und den Trainerstab für eine tolle Saison 2025/26, die am kommenden Samstag ab 11:30 Uhr mit dem Finale im Landespokal ihren endgültigen Abschluss findet. Im wieder prall gefüllten Ernst-Abbe-Sportfeld empfangen unsere Jungs den ZFC Meuselwitz. Seid dabei und unterstützt das Team lautstark, um in der nächsten Saison im DFB Pokal dabei sein zu können.
Spielstatistik
Mannschaftsaufstellungen:
FC Carl Zeiss Jena: Liesegang - Butzen (C), Reddemann, Hessel, Talabidi (84. Hoppe) - Fritz (84. Werner), Schau (63. Weihrauch)- Burmeister, Lankford, Prokopenko (74. Hehne)- Oduah (74. Wähling)
FC Rot Weiß Erfurt: Otto - Dehl, Awoudja(C), Schwarz (73. Durakov), Boboy - Caciel, Falcao (87. Chentoufi), Wolf (46. Adesida) - Mensah (46. Gonda), Ugondu, Fehler (46. Hajrulla)
Tore:
1:0 Burmeister (10.)
2:0 Fritz (29.)
Zuschauer:
13.123
gelbe Karten:
Reddemann (24.)
Liesegang (90.)
Butzen (90.)
Dehl (45.)
Ugondu (90.)
Durakov (90.)



