FCC entführt Punkt beim Spitzenreiter

03.06.2020

Der FC Carl Zeiss Jena trennt sich vom MSV Duisburg mit 1:1 (1:0) und entführt damit beim Drittligaspitzenreiter einen Punkt der Moral.

Und diesen verdiente sich der FCC aufgrund einer enormen Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit, nachdem der MSV in den ersten 45 Minuten noch wie der sichere Sieger aussah. Doch die Duisburger versäumten es, aus ihrer drückenden Feld- und Chancenüberlegenheit Kapital zu schlagen. Dabei lief es zunächst wie am Schnürchen für die spielstarken und ballsicheren Meidericher. Nach bereits guten Möglichkeiten der Zebras war es Vincent Vermeji, der per Kopf die verdiente Führung herstellte (14.). Jena fand zu keiner Zeit ins Spiel und in die Zweikämpfe, während der MSV weitere zum Teil sehr gute Möglichkeiten erspielte. Doch die Lieberknecht-Truppe versäumte es, aus dem Klassenunterschied auf dem Feld auch eine dementsprechende Führung auf die Anzeigetafel zu bringen. So blieb es nach 45 Minuten beim vergleichsweise moderaten 0:1 aus Jenaer Sicht.

Doch die zweite Hälfte sollte die des FCC werden. Jena kam wie ausgewechselt aus der Kabine und brachte mit Kircher und Kübler frische Kräfte - und frischen Wind. Jena war nun deutlich präsenter und kam binnen zehn Minuten zu vier Eckbällen, von denen der letzte den Ausgleich durch Tim Kircher brachte, dessen Schuss von Vermeji unhaltbar ins Zebra-Tor abgefälscht wurde (62.). Nach dem Ausgleich entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, in dem der FCC durch den ebenfalls schwungvoll ins Spiel gekommene Mickels sogar die besserern Möglichkeiten hatte.

Am Ende blieb es beim 1:1 und einem Punkt der Moral für den FCC, für den es am Sonntag gegen die Roten Teufel vom 1. FC Kaiserslautern weitergehen wird.

Trainerstimmen

René Klingbeil (Teamchef Jena): "Wir haben uns in der ersten Halbzeit sehr lieb angestellt. Es gab, glaube ich, keine gelbe Karte, nur mal einen halben Zweikampf. Das mussten wir ändern. Sonst hätte es schon zu Anfang böse für uns enden können. Duisburg ist stark reingekommen, und wir hatten große Probleme. Von vornherein war klar, dass wir zur Pause den Wechsel Fassnacht – Kirchner machen, beide sind angeschlagen gewesen. In Tagen, wo du fünfmal wechseln kannst, kann man so etwas vorher besprechen. Kirchner hat ein richtig gutes Spiel gemacht. Zur Pause haben wir gesagt: "Es steht 1:0, wir sind beim Spitzenreiter, wir haben eine schlechte Halbzeit gespielt. Wir müssen sehen, dass wir mal in die Zweikämpfe kommen.' Es gibt sich keiner von uns geschlagen. Wir kämpfen um jeden Meter. Die Jungs kämpfen um Verträge. Es geht um Existenzen, die da dran hängen. Es wird sich keiner von uns aufgeben."

Torsten Lieberknecht (Duisburg): "Wir können unsere Chancen nutzen, haben sie in der ersten Halbzeit aber nicht finalisiert. Die erste Halbzeit war ein himmelweiter Unterschied zu unserem Spiel bei 1860 München. Wir haben heute in der ersten Halbzeit das gezeigt, was uns richtig ausmacht. Mit Zug und Positionswechseln haben wir einen Klasse Fußball gezeigt. Dann fehlt halt mal eine Fußspitze, dass Du das 2:0 machst. In der zweiten Halbzeit hat es Jena dann besser gemacht und wir hatten eine ähnliche Situation wie bei 1860, dass wir zu wenig in unser Positionsspiel gekommen sind. Wir müssen auswerten, warum uns in der zweiten Halbzeit die Positionsdisziplin fehlt. Aber Null Vorwurf, dass wir nicht gewonnen haben. Ich habe den Jungs gesagt, sie sollen auf keinen Fall Trübsal blasen. Die Zeit haben wir auch gar nicht, wir müssen am Samstag schon wieder spielen. Heute gibt es für mich nur eins: Aufstehen, kein Trübsal blasen. Wir haben 48 Punkte und sind Erster. Egal, ob Jena Tabellenletzter ist oder nicht. Carl Zeiss Jena spielt seit Wochen einen ordentlichen Fußball. Diese Jungs mit dem Rene zusammen machen einen extrem ordentlichen Job."

Mannschaftsaufstellungen

Duisburg: Weinkauf - Budimbu, Boeder, Compper (46. Gembalies), Sicker (28. Scepanik) - Albutat (78. Jansen), Ben Balla - Stoppelkamp, Krempicki
(69. Daschner), Leroy-Jacques Mickels - Vermeij

Jena: Coppens - Obermair, Sulu, Hammann, Fassnacht (46. Kirchner) - Rohr (46. Kübler), Schau - Donkor, Gabriele (80. Grösch), Skenderovic (55. J.-L. Mickels) - Günther-Schmidt (86. Eckardt)

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