FCC erwartet SV Werder Bremen zum Pokalduell im Paradies

09.09.2020

Am Samstagabend (12. September, 20.45 Uhr) ist es soweit - dann trifft unser FC Carl Zeiss Jena in der 1. Hauptrunde des DFB-Pokals auf den SV Werder Bremen.

Als der SV Werder Bremen im Intertoto-Cup (IFC, später UI-Cup) in Jena gastierte, war das Ernst-Abbe-Sportfeld vor 35 Jahren mit 16.000 Zuschauern proppevoll. Es war eine ganz besondere Atmosphäre, obwohl es nur eine Partie während der Sommervorbereitung war. Einen Bundesligisten zu Gast zu haben, war eine ganz seltene Angelegenheit und ein glücklicher Umstand für alle Fans! Daran hat sich im Grunde bis heute nichts geändert - nur kann die Jenaer Mannschaft dieses Mal nicht auf die Unterstützung einer ausverkauften Heimspielstätte setzen. Die Hygienevorschriften für die Durchführung dieses Spiel in Corona-Zeiten lassen auch gegen Werder nur 1.600 Zuschauer (und keine Gäste-Fans) zu. Wie bitter dies für die Fans und natürlich auch für den FCC ist, der das Spiel sicher leicht hätte ausverkaufen können, kann man sich denken. Dennoch war der Wechsel des Heimrechts, über den in Bremen öffentlich auch mal laut nachgedacht wurde, in Jena nie ein Thema. Immerhin dürfen in Jena überhaupt einige Zuschauer dabei sein. Anders als in Bremen, wo gar keine Fans im riesigen Weser-Stadion zugelassen sind.

Während unser FCC bereits die ersten sieben Pflichtspiele (2 Landespokal- und 5 Ligapartien) absolviert hat, wird es für die Bremer das erste Pflichtspiel nach einer - allerdings mit sieben Siegen in sieben Testspielen bemerkenswert - erfolgreichen Saisonvorbereitung sein. Die Flaute im Sturm scheint in der Vorbereitung behoben worden zu sein. Allein in den ersten fünf Testspielen, u. a. gegen LASK Linz oder den FC Groningen, wurden 15 Tore erzielt. Zwölf Tore schossen Stürmer. Der mögliche Abgang von Milot Rashica war bestimmendes Dauerthema über den Sommer. Josh Sargeant, US-Stürmer, spielte sich in dieser Zeit in den Vordergrund und hat momentan einen Platz in der Startelf ergattert. Johannes Eggestein und Davie Selke konnten durch gute Leistungen bis Anfang September ebenfalls bei der Vergabe um die Stammplätze mitsprechen. Mit Stürmer Nick Woltemade steht ein weiteres Talent vor dem Durchbruch, das helfen soll, die Saison mit einen Rang im Mittelfeld abzuschließen.

Doch Werders Trainer Florian Kohfeldt dämpft die Erwartungen, die die sehr guten Ergebnisse der Saisonvorbereitung im Umfeld des Clubs schüren: "Alles, was bis jetzt war, ist nicht wichtig und entscheidend für den anstehenden Wettkampf." Wie bei Traditionsvereinen üblich, vergisst das Umfeld schnell. Mit Platz 16 und einer Extra-Runde in der Abstiegsrelegation endete für den SV Werder Bremen die letzte Spielzeit - eine Horrorsaison, die eigentlich ins internationale Geschäft führen sollte. Kohfeldt: „Jeder, der nach unserer letzten Saison einen Höhenflug hat, den kannst du nicht brauchen.“

Dass der SV Werder natürlich als Favorit in die Partie geht, steht außer Frage. Aber den Eindruck, den FC Carl Zeiss Jena auf die leichte Schulter zu nehmen, vermitteln die Verantwortlichen von der Weser nicht.

Für den FCC indes wird es "das leichteste Spiel der Saison", weiß Co-Trainer Renè Klingbeil, der vor fünf Jahren als Kapitän des FCC den Regionalligisten zum Pokalsieg gegen den damaligen Bundesliga-Dino HSV (3:2 n.V.) führte. Damals mit dabei war auch der heutige Kapitän unseres FCC, René Eckardt: "Der SV Werder Bremen ist ein großer Verein. Wenn solche Clubs nach Jena kommen, ist das immer etwas besonderes - das hat ja auch die Vergangenheit gezeigt. Das sind Spiele, wo niemand etwas erwartet, aber viele sich etwas erhoffen. Klar, wir sind Außenseiter. Aber: Im Fußball ist vieles möglich. Und diese Chance wollen wir uns erarbeiten."

Dass dies natürlich ein extrem schweres Unterfangen wird, weiß auch FCC-Trainer Dirk Kunert: "Wir spielen gegen einen Bundesligisten, das wird extrem schwierig und trotzdem hat man im Fußball immer eine Chance, um ein Spiel zu gewinnen. Werder war jetzt in der Vorbereitung die Mannschaft der Stunde mit sieben Siegen in sieben Spielen. Um die Minimalchance zu bekommen, brauchen wir neben einem starken Auftritt auch das nötige Quentchen Glück, während  Werder mal einen schlechten Tag erwischen muss. Aber wir sind Sportsmänner und sagen nicht, wir spielen das einfach runter. Wir gehen in jedes Spiel, um es nach Möglichkeit zu gewinnen. Auch wenn wir natürlich wissen, wie schwer das gegen einen Bundesligisten sein wird."   

Wie das gehen soll beschreibt Dirk Kunert: "Wir wollen eklig sein gegen den Ball, müssen noch disziplinierter und konzentrierter sein als sonst schon. Das wird die Basis sein." Und diese kennt auch René Eckardt: "Wir wollen mutig sein, körperlich sein, zeigen, dass wir da sind, präsent sein. Wir müssen aggressiv gegen den Ball und mutig mit dem Ball sein."

Das angesprochene Glück, das man ohne Zweifel bei Spielen wie diesen als unterklassiger Verein braucht, ist dem FCC in Sachen Personal schon seit Wochen abhanden gekommen. Und auch vor dem Spiel gegen Werder hat Dirk Kunert keine guten Nachrichten im Gepäck. So wird Vasileios Dedids, Jenas einziger nomineller Stürmer, verletzt fehlen. Ein dickes Fragezeichen steht auch hinter einem möglichen Einsatz von Pasqual Verkamp, der muskuläre Probleme hat. Ebenfalls wacklig ist der Einsatz von Theodort Bergmann. Immerhin könnten womöglich Can Düzel und Thomas Steinherr wieder eine Option für den Kader des FCC sein, der zum Pokal sogar 20 Spieler groß sein darf.   

Zu sehen ist das Spiel live und in voller Länge ausschließlich bei Bezahlsender Sky.  

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