FCC geht auch in Kaiserslautern leer aus

05.10.2019

Der FC Carl Zeiss Jena verliert trotz früher Führung mit 1:3 beim 1. FC Kaiserslautern und bleibt auch nach dem elften Saisonspiel weiter sieglos.

Dabei sah es im mit etwas mehr als 16.000 Zuschauern vergleichsweise spärlich besetzten Fritz-Walter-Stadion zu Beginn der Partie noch durchaus hoffnungsvoll aus. Jena, das Interimscoach Christian Fröhlich im 4-2-3-1 agieren ließ, begann mutig und wurde früh belohnt. Als Daniele Gabriele nach einem Zuspiel in die Tiefe von FCK-Schlussmann Grill von den Beinen holte, trat der Gefoult selbst zum Strafstoß an und verwandelte sicher zum 1:0 für den FCC (6.). Die ohnehin schon schwierige Stimmung auf dem sonst als hitzig bekannten Betzenberg wurde für den Gastgeber spürbar zur Hypothek. Die FCK-Fans pfiffen oder schwiegen, während die etwa 500 Jenaer Schlachtenbummler klar die Szenerie auf den Rängen beherrschten. Die Roten Teufel waren verunsichert, doch dem FCC gelang es nicht, in dieser Phase die sich durchaus bietenden Räume und Möglichkeiten zu nutzen, um mit einem 2:0 nachzulegen. Stattdessen erkämpften sich die Lauterer viele Standards und kamen spätestens zur Mitte des ersten Spielabschnitts immer mehr zurück in die Partie, ohne sich zunächst große Möglichkeiten zu erspielen. Nach 31 Minuten war es dann so weit, und einer der zumeist über Lauterns rechte Seite vorgetragenen Angriffe führte zum Tor. FCK-Kapitän Hemlein verwertete eine von der Torauslinie in den Rückraum gebrachte Hereingabe mit sattem Schuss zum 1:1 abschloss. Jena zeigte Wirkung und konnte fortan nicht mehr an die mutige Anfangsphase anschließen, während Kaiserslautern sich mehr und mehr den Ausgleich verdiente. Somit ging es nach 45 Minuten mit einem unter dem Strich leistungsgerechten Halbzeitergebnis in die Kabine.

Aus dieser kam der FCC durchaus wach und mutig und hatte auch durch Daniele Gabriele eine Großchance auf dem Fuß. Volkmer bediente wunderbar Kircher auf der rechten Seite, der bis zur Grundlinie marschierte und von dort den Ball mustergültig in den Rückraum legte, wo Gabriele aus etwa elf Metern völlig frei zum Schuss kam, der jedoch deutlich über das Gehäuse von FCK-Keeper Grill ging (48.). In der Folgezeit gelang es beiden Teams nicht, weitere offensive Akzente zu setzen. Nach einer guten Stunde ergab sich für die Hausherren die unverhoffte Möglichkeit auf die 2:1 Führung. Dominik Volkmer konnte eine in den Strafraum gebrachte Hereingabe nicht mit dem Kopf abwehren, und der dahinter stehende Skarlatidis wurde vom durchrutschenden Ball ganz offensichtlich überrascht, so dass er diesen nicht druckvoll genug aufs Tor bringen konnte (63.). Lautern war nun hellwach, während der FCC kaum noch in die Tiefe spielte und zusehends Probleme bekam, sich die anlaufenden Lauterer auf Distanz zu halten. Zunächst scheiterte Kühlwetter aus aussichtsreicher Position (68.), doch kurz darauf war es dann Pick, der nach einem Lattenknaller die Verwirrung im Jenaer Strafraum ausnutzte und das Leder aus etwa 10 Metern in die Maschen knallte (69.). Fechner machte zehn Minuten später nach einer Starke-Ecke mit dem 3:1 den Deckel drauf. Wie so oft in dieser Saison vermochte es die Zeiss-Elf nicht, nach einer Führung mit einem durchaus möglichen zweiten Tor für eine Vorentscheidung zu sorgen, und hatte nach ordentlichen 60 Minuten hinten raus nichts hinzuzusetzen.

Trainerstimmen

Christian Fröhlich (Jena): "Das ist wieder bitter für die Jungs. Wenn man den Spielverlauf sieht, muss ich den Jungs bis zur 70. Minute ein Kompliment machen. Ich kann den Jungs keinen Vorwurf machen. Wir gehen mit einer guten ersten Halbzeit in die Kabine. Ein kleiner Fehler vor dem 2:1, ein guter Schuss zum 3:1. Dann war die Messe gelesen. Es hilft jetzt nichts, zu jammern. Das sind Grundtugenden bei denen man jetzt wieder ansetzen muss."

Boris Schommers (Kaiserslautern): "Ich bin sehr erleichtert, dass wir heute diesen Heimsieg geholt haben. Wir haben in der ersten Halbzeit nicht so gespielt, wie ich mir das vorstelle. Unter dem Strich haben wir, auch aufgrund einer Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit verdient gewonnen."

 

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