FCC vor emotionalem Thüringenderby

29.09.2023

Am Sonntag, dem 1. Oktober, erlebt das ewig junge Duell zwischen dem FC-Rot-Weiß und unserem FC Carl Zeiss Jena seine nächste Auflage.

Seit 1947 wird es das 106. Aufeinandertreffen der beiden Thüringer Rivalen sein. Seit Wochen ist das Steigerwaldstadion mit 14.500 Zuschauern - und damit 2.500 Zuschauern mehr als noch im September des letzten Jahres - restlos ausverkauft. 2.000 Zeiss-Fans werden dabei ihren FCC begleiten und vor Ort ihren Teil zu der erwartet großartigen Atmosphäre beitragen. Gut und gern hätte dieses Derby auch zwei oder gar drei Mal ausverkauft werden können. Das Interesse ist also so groß wie die sportliche Rivalität der beiden Kontrahenten.

Es ist für die Fans das Spiel der Spiele, der emotionale Höhepunkt im Thüringer Fußball, der weit über die Landesgrenzen hinausstrahlt und zu den gleichermaßen traditionsreichsten wie auch brisantesten Duellen in Fußballdeutschland gehört – das Thüringenderby. Alles andere sind allenfalls Ostduelle oder Klassiker. Aber sowohl hier im Paradies als auch in der Blumenstadt gibt es nur ein Derby. Seit 1947 haben die Mannschaften von FCC und RWE insgesamt 105 Pflichtspiele gegeneinander bestritten. Die meisten Siege konnte unser FCC erringen. Doch das Derby ist weit mehr als Statistik. Es ist der Quell unzähliger Geschichten, die Sage von Gut und Böse, die Erzählung aus Paradies und Mittelerde, es ist die halbjährlich wechselnde Pilgerstädte für Anhänger zweier gegensätzlicher Religionen. Dabei verbindet die Rivalität mindestens ebenso wie die Erkenntnis, dass es so ganz ohne "die Anderen" eben auch nicht geht. Sind doch schließlich Spiele wie diese das Salz in der Suppe.

Nils Butzen, der als gebürtiger Thüringer bisher noch nie ein Thüringenderby gespielt hat, dafür aber über jede Menge Derbyerfahrung bei seinen früheren Stationen in Magdeburg, Rostock und Zwickau verfügt: "Wenn man in ein solches Spiel reingeht, da kann man viel über Taktik sprechen. Aber letztlich geht es in einem Derby viel um andere Dinge und weniger darum, wer die bessere Technik hat oder den schöneren Fußball spielt. Es geht darum: Wer hat die richtige Einstellung? Wer geht an diesem Tag am weitesten über den Schmerzpunkt? Wenn man das auf den Platz bringt, hat man gute Chancen, das Derby zu gewinnen."

Dass das Derby ein besonderes Spiel ist, sieht Trainer René Klingbeil freilich ebenso. "Ich kann mich nicht von einer hochgradigen Emotionalität freisprechen und mir auch nicht vorstellen, dass irgendeiner sagt, dass das Derby nichts besonderes wäre. Gerade dieses Derby ist ein extrem emotionales, was ich ja bereits als Spieler, Co-Trainer und Trainer schon mehrfach erleben durfte." Natürlich kann man auch in einem Derby nicht mehr als drei Punkte holen, "aber du kannst dazu noch viele Herzen gewinnen".  Und das geht nur, "Mann gegen Mann, gemeinschaftlich und wenn man als Team auftritt". Jenas Trainer erwartet naturgemäß, "dass der Gegner uns nichts, aber auch gar nichts schenken und es auf dem Rasen richtig zur Sache gehen wird, so dass wir mental absolut auf dem Punkt sein müssen".

Vor diesem Hintergrund strich das Trainerteam nach der Niederlage gegen den FC Viktoria Berlin die beiden freien Trainingstage, "um diese dafür zu nutzen, das Spiel aufzuarbeiten, Gespräche zu führen und die Niederlage aus den Köpfen zu bekommen, damit wir uns konzentriert auf das Derby vorbereiten können".

Angesprochen auf den Tagesablauf am Sonntag verriet René Klingbeil: "Wir treffen uns im Stadion, essen dort gemeinsam zu Mittag und fahren dann los, um etwa 90 Minuten vor Anpfiff im Stadion zu sein. Dort, in der Gästekabine, wo man die Atmosphäre und diese besondere Energie spürt, werden wir auch die Ansprache machen, um dann die Mannschaft gut vorbereitet rauszuschicken, wo 2.000 Zeiss-Fans sein und uns unterstützen werden."

Wünschen wir uns also ein emotionales, spannendes, erfolgreiches und friedliches Derby.

Auf geht's Jena! Kämpfen und Siegen!

Die wichtigsten Infos für die Auswärtsfahrer haben wir nochmalsHIER zusammengefasst.  

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