Späte Niederlage in Fürstenwalde

08.08.2025

Der FCC muss sich der VSG Altglienicke durch ein Tor in der Nachspielzeit mit 1:2 geschlagen geben

Das zweite Auswärtsspiel des FCC in dieser noch jungen Saison führte die Zeiss-Elf zur VSG Altglienicke - und damit vor die Tore Berlins nach Fürstenwalde, wo die heimatlose VSG in Ermangelung einer regionalligatauglichen Spielstätte in dieser Saison ihre Heimspiele austrägt. Damit trafen zwei Umstände aufeinander, die den abergläubischen FCC-Fan zumindest skeptisch machten: Zum einen gelang es dem FCC in den bisher neun Begegnungen noch nie, gegen die VSG zu gewinnen. Und zum anderen war auch das Fürstenwaldes Stadion stets ein schwieriges Pflaster für den FC Carl Zeiss Jena, der die letzten beiden Pflichtspiele im Fürstenwaldes Friesenstadion verlor. Unabhängig von der vereinsinternen Spielstatistik gegen die VSG zählt Altglienicke fast schon traditionell zu den Topfavoriten der Liga. Die VSG verstärkte sich mit insgesamt 16 Kickern, darunter so prominente Namen wie Jonas Nietfeld oder Anthony Roczen vom HFC. Nur wenige Stunden vor dem Spiel wurde zudem die Verpflichtung von Ex-Zweitligaprofi Damian Roßbach verkündet, der mit der Empfehlung von mehr als 150 Spielen für den F.C. Hansa Rostock zur VSG Altglienicke wechselte, aber gegen unseren FCC noch nicht im Aufgebot stand.

Für die erste nennenswerte Aktion sorgte der FCC durch Kevin Lankford, der früh störte und so Türpitz von der VSG bei dessen Rückpass auf Keeper Klatte fast in Verlegenheit brachte (2.). Wenn der FCC in der Anfangsphase für Gefahr sogen konnte, dann oft nach erfolgreichen Balleroberungen in der Nähe des gegnerischen Strafraums. Doch insgesamt verliefen die ersten Spielminuten weitgehend höhepunktarm. Es dauerte eine knappe Viertelstunde, bis die Berliner zu ihrer ersten Möglichkeit kamen. Kizildemir setzte sich in Strafraumnähe durch, und prompt wurde es gefährlich. Doch Jenas Abwehr klärte dessen gefährliche Hereingabe. Türpitz kam noch zum Nachschuss, doch dieser ging deutlich am Kasten vorbei (14.). Es war eine insgesamt ausgeglichene und von beiden Teams vorsichtig geführten Anfangsphase - und deshalb auch ohne nennenswerte Möglichkeiten, allerdings mit optischen Vorteilen für die Hausherren. Nach 25 Minuten dann eine gute Konterchance für unseren FCC über Prokopenko, Weihrauch und Lankford. Doch statt des perfekten finalen Balls verpuffte die Aktion trotz 3-zu-2-Überzahlsituation. Es blieb eine erste Halbzeit ohne echte Torchance - bis zur 42. Spielminute, als die VSG durch Nietfeld zu einer Kopfballmöglichkeit kam, die aber Marius Liesegang im Jenaer Kasten im Nachfassen entschärfte. So ging es nach den ersten 45 Minuten ohne große Möglichkeiten und ohne spielbestimmendes Team torlos in die Halbzeitpause - ein dem Spielgeschehen entsprechendes Zwischenergebnis.

Beide Teams kamen personell unverändert aus den Katakomben der Spree-Arena - und das durchaus schwungvoll. Zunächst war es die VSG, die sich in unseren Strafraum kombinierte, aber letztlich vom aufmerksamen Maxim Hessel gebremst wurde. Kurz darauf war es Kvin Lankford, der den Ball bis zur Strafraumkante trieb, doch anstatt abzuschließen, den Ball auf die rechte Seite spielte, wo jedoch kein Jenaer den Ball erlaufen konnte. Es war spürbar, dass die Teams ihre Zurückhaltung ablegten. Das galt insbesondere für die Gastgeber. Deren Jonas Nietfeld Nietfeld zog aus einer scheinbar wenig gefährlichen Position am rechten Strafraumeck gefühlvoll ab und der Ball flatterte punktgenau ins kurze obere Toreck, zum Entsetzen des sich vergeblich streckenden Marius Liesegang (50.). 1:0 für die VSG durch ein Traumtor. Der FCC musste sich einige Zeit schütteln, bis er durch Patrick Weihrauch, der von Alexander Prokopenko eingesetzt wurde, wieder zu einer Chance kam. Doch Weihrauch konnte dem Ball mit der Fußspitze am kurzen Pfosten keine entscheidende Richtungsänderung geben (63.). Der FCC wechselte im Anschluss doppelt und brachte Kay Seidemann und Marcel Hoppe für Malik Talabidi und Alexander Prokopenko. Aus dem Spiel ging für den FCC wenig. Ein Standard musste helfen: Nach einer  Ecke von der linken Seite landete der Ball am zweiten Pfosten bei Nils Butzen, der zum Ausgleich traf (68.).  

Danach entwickelte sich ein Spiel, bei dem es wirkte, als ob beide Mannschaften mit einem Unentschieden zufrieden gewesen wären. Doch es war die VSG, die den Lucky Punch setzte. In der 94. Minute hatte die VSG einen Einwurf, der zunächst geklärt wurde, doch mit der zweiten Welle in den FCC-Strafraum flog, wo Manske dem Ball den entscheidenden Richtungswechsel gab und dieser am langen Pfosten zum 1:2 einschlug. Mit diesem Ergebnis pfiff Schiedsrichter Florian Lukawski dann auch das Spiel ab.

Die Stimmen nach dem Spiel.

Mannschaftsaufstellungen:

FCC: Liesegang - Talabidi (64. Hoppe), Reddemnn, Hessel, Butzen (C) - Fritz, Schau (72. Hehne) - Prokopenko (64. Seidemann), Weihrauch (79. Aghatise), Lankford - Eshele (79. Burmeister)
VSG: Klatte - Lübke, Kizildemir, Nietfeld (79. Manske), Schickersinsky, Kapp (79. Roczen), Tezel, Saliger (66. Sylla), Türpitz (C), Hartl, Rieder

Tore:
1:0 Nietfeld (50.)
1:1 Butzen (68.)
2:1 Manske (90.+4.)

Zuschauer:
1.164

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