Verdienter Sieg an der Küste

30.03.2024

Mit 3:1 (1:0) setzte sich der FC Carl Zeiss Jena bei 2. Mannschaft des F.C. Hansa Rostock durch und entführt von der Ostseeküste - auch wenn er zwischenzeitlich zittern musste - drei verdiente Auswärtspunkte nach Jena.

Trainer Henning Bürger und sein Team traten die Reise an die Ostsee bereits am Freitag an und hatten ein paar Verletzungssorgen im Gepäck. So fehlte Burim Halili, der in Leipzig auf die rechte Schulter gefallen war und sich diese verletzt hat. Er wird wohl länger unserer Mannschaft fehlen. Für ihn nahm Maurice Hehne die Innenverteidigerposition neben Kapitän Bastian Strietzel ein. Ebenfalls fehlten Justin Schau (5. Gelbe) sowie die erkrankten Joshua Endres und Pasqual Verkamp. Dafür war, nach seinem ausgeheilten Cut über der Achillessehne, Nils Butzen wieder dabei, der 2019 zur Kogge wechselte und bei dem das heutige Spiel im Ostseestadion sicher Erinnerungen weckte. Und auch das heutige Spiel dürfte ihm wohl in Erinnerung bleiben, auch wenn er zunächst auf der Bank Platz nahm. Auf der Position des Rechtsverteidigers begann Paul Krämer.

Es war ein recht munterer Spielbeginn - mit einer ersten Chance für die Hausherren. Doch der Rostocker Flachschuss aus etwa 25 Metern konnte Kevin Kunz im Jenaer Kasten nicht in Verlegenehiet bringen (5.). Kurz darauf meldete sich der FCC mit seiner ersten Möglichkeit, die auch gleich zum Tor führte. Cemal Sezer war nach einer Flanke per Kopf zur Stelle und brachte Jena in Führung. Dachten wir. Denn Schiedsrichter Schipke gab das Tor nicht. Was er allerdings gesehen haben will, erschloss sich dem Spielbetrachter nicht. Weder stand Sezer im Abseits, noch gab es von ihm ein Foulspiel. Es nutzte nichts: Das Tor wurde nicht gegeben. Eine krasse Fehlentscheidung (7.). Doch Jena ließ sich nicht aus der Bahn werfen und blieb am Drücker. Nach einer guten Viertelstunde rettete der Rostocker Innenpfosten, als Maurice Hehne nach einer Ecke von Lukas Lämmel mit dem Kopf zur Stelle war (17.). Der FCC machte weiter Druck, während die Hanseaten offensiv nicht stattfanden. Als Joel Richter nach einem Sprint auf der linken Außenbahn seinen hinteren Oberschenkel hielt, musste dieser verletzt aus der Partie. Jena agierte ein paar Minuten in Unterzahl, bis sich die Gelegenheit ergab, Max Grimm für Richter zu bringen. Seine Einwechslung ermöglichte Elias Löder in der 22. Spielminute, als er nach einer Flanke von Ken Gipson eine zu kurze Abwehr von Rostocks Aliu eiskalt zur hochverdienten 1:0-Führung für die Zeiss-Elf nutzte. Mit dieser ging es auch in die Halbzeitpause. Nach einer weitgehend ausgeglichen Anfangsviertelstunde, in der Cemals Sezers Tor aus unerfindlichen Gründen aberkannt wurde, zählte dann schließlich Elias Löders Treffer, sein 19. in dieser Saison. In der Folgezeit spielte nur noch der FC Carl Zeiss, ließ jedoch weitere Gelegenheiten zur Resultatserhöhung liegen.

Die zweite Hälfte begann so, wie die erste endete - mit einem weiterhin offensiven FCC, der die Hansa-Elf in ihrer eigenen Hälfte festnagelte. Aber was fehlte, war das erlösende 2:0. So kam es so, wie es wohl kommen musste: Im Mittelfeld konnten wir den Schuss von Hansas Brzozowski nicht verhindern, der an den Pfosten klatschte und von dort dankbar angenommen wurde vom zur Halbzeit ins Spiel gekommenen Bachmann, der keine Mühe hatte (67.). Es war ein Tor aus dem Nichts und doch letztlich auch eine kleine Quittung dafür, die Zügel etwas schleifen gelassen zu haben, anstatt mit einem 2:0 für klare Verhältnisse zu sorgen. Der überraschende Ausgleich beflügelte die Heimmannschaft, die nun ihre beste Phase hatte. Und es kam noch dicker: In der 76. Spielminute musste Paul Krämer ebenfalls verletzungsbedingt das Spielfeld verlassen. Für ihn kam Benjamin Zank in die Partie, nachdem zuvor Nils Butzen für Justin Petermann vor die Abwehr rückte. Kurz darauf hatten die Rostocker das Wort Fairplay vergessen, als sie einen Einwurf zurück zur Jenaer Mannschaft attackierte, obwohl der Ball vorher wegen Krämers Verletzung absichtlich ins Aus gespielt wurde. Jenas Ken Gipson blieb absichtlich stehen, um dies nochmals zu signalisieren, aber Hansa Dei schnappte sich den Ball und Rostock stand frei vor dem Jenaer Tor. Nils Butzen warf sich im letzten Augenblick noch in den Schuss und vereitelte so den Rostocker Führungstreffer, der - bei aller Unsportlichkeit - gegolten hätte (78.). Und selbst der anschließende Eckball wurde nicht genutzt, um die Unsportlichkeit - wenn auch spät - zu bereinigen, sondern er wurde offensiv ausgeführt, auch wenn er glücklicherweise nichts einbrachte. Unfassbare Aktion der Gastgeber, die Jena aber in den Schlussminuten noch zu bestrafen wusste. Zunächst war es Cemal Sezer, der im gegnerischen Strafraum regelwidrig von Rostocks Scherff gelegt wurde und dann selbst den fälligen Strafstoß zum 2:1 verwandelte (85.), bevor dann Elias Löder mit der letzten Aktion des Spiels eine zu kurze Rückgabe der Hanseaten auf ihren Schlussmann nutzte, in die Rückgabe hineinpreschte und an den herausstürzenden Hagemoser vorbei ins leere Tor zum 3:1 verwandelte.

Der FCC ist nach der Niederlage in Probstheida zurück in der Spur und gewinnt verdient mit 3:1 beim Tabellenletzten aus Rostock. Dabei war es eine Partie mit grundverschiedenen Phasen. Jena dominierte die erste Hälfte und hätte höher als nur 1:0 führen können, auch wegen Cemal Sezers zu Unrecht aberkannten Tores. Nach dem Wechsel schlich etwas Nachlässigkeit ein und Hansa kam aus dem Nichts zum Ausgleich. In der Folge war die Kogge plötzlich am Drücker und hatte Chancen zur Führung, leistete sich aber auch eine grobe Unsportlichkeit, als man einem Einwurf nach wegen Verletzung Paul Krämers zuvor ins Aus gespielten Balles nachsetzte. Die Quittung: Cemal Sezers Elfmetertreffer, gekrönt von Elias Löders' 20. Saisontor mit dem Schlusspfiff.

Spielstatistik

Mannschaftsaufstellungen:
FCC: Kunz - Smyla, Strietzel (C), Hehne, Krämer (77. Zank) - Gipson, Lämmel, Petermann (70. Butzen), Richter (22. Grimm) - Löder, Sezer
Hansa: Hagemoser - Aliu, Rotfuß (46. Bachmann), Amougou Nkoa, Wollschläger (61. Dei), Scherff (90. Schulz), Postelt, Dietze, Krüger, Brzozowski, Albrecht

Torfolge:
0:1 Löder (22.)
1:1 Bachmann (67.)
1:2 Sezer (85. FE)
1:3 Löder (90.+4)

Zuschauer:
1.400 (darunter etwa 500 Zeiss-Fans)

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