Zeiss-Elf geht auch in Meppen leer aus

24.08.2019

Dem FC Carl Zeiss Jena gelingt auch beim SV Meppen nicht der erhoffte Befreiungsschlag und verliert mit 0:3.

FCC-Trainer Lukas Kwasniok stellte sowohl personell als auch taktisch um, ließ Kilian Pagliuca und Ole Käuper zunächst auf der Bank, während Marian Sarr erst gar nicht im Kader stand. Um der Defensive die nötige Stabilität zu geben, ließ Jenas Chefcoach mit einer Dreierkette bestehend aus Nico Hammann, Maximilian Rohr und Marius Grösch spielen, die gegen den Ball durch die Außenspieler Raphael Obermair und Tim Kircher zur Fünferkette wurde. 

Doch bereits nach knapp drei Minuten der erste Nackenschlag für die Zeiss-Elf und die ihn bravourös unterstützenden etwa 350 FCC-Fans: Jannis Kübler blieb nach einem Zweikampf am Boden liegen und musste das Feld verletzt verlassen. Noch in Meppen wurde Jannis Kübler in der dortigen Klinik behandelt und die ausgekugelte Schulter unter Narkose wieder eingerenkt. Wie schwer die Verletzung ist, kann Stand jetzt noch nicht eingeschätzt werden. Für das Heimspiel gegen Magdeburg dürfte sein Einsatz aber mehr als fraglich sein. Für ihn kam Ole Käuper ins Spiel, in dem sich der FCC nach dem Ausfall Küblers zunächst etwas schütteln musste.  Nach einer guten Viertelstunde war es Ole Käuper, nachdem sich der FCC wunderbar in den Meppener Strafraum kombiniert hatte, der aus bester Schusposition jedoch nur das Außennetz traf (17.).  Doch auch Meppen war gefährlich und hätte kurz danach durch Egerer in Führung gehen können, der freistehend vergab (19.). Nach einer knappen halben Stunde dann die beste Möglichkeit unseres FCC, in Führung zu gehen. Ole Käuper steckte den Ball schön durch auf den perfekt durchstartenden Raphael Obermair. Der ließ im Strafraum noch seinen Gegenspieler aussteigen und zog ab -  leider nur ans Außennetz (27.).

Die Schlussviertelstunde indes gehörte den Emsländern, die sich gleich eine handvoll guter Möglichkeiten erspielten. In der 35. Spielmunte zappelte der Ball auch im Jenaer Netz. Doch der Flachschuss von Meppens Undav, den der heute wieder starke Jo Coppens passieren lassen musste, wurde aus Abseitsposition abgegeben. So blieb es nach 45 Minuten in einem ansehnlichen Drittligaspiel mit Möglichkeiten für beide Teams beim 0:0. Zwar waren die Meppener aufgrund der starken Schlussviertelstunde dem 1:0 durchaus näher als unser FCC, der sich dennoch deutlich besser als noch zuletzt gegen Mannheim präsentierte.

Konnte man also aus der ersten Halbzeit durchaus Positives mitnehmen, so war der zweite Spielabschnitt um so ernüchternder. Jena kam mit Beginn der zweiten Halbzeit zu keinen Offensivaktionen und wurde mehr und mehr in der eigenen Hälfte eingeschnürt. Der Druck nahm zu, die Meppener Führung war überfällig. Nach einem Ballverlust René Eckardts und einem Pressschlag im Mittelfeld landete der Ball mit etwas Glück bei SVM-Neuzugang Rama, der den Ball überlegt zum 1:0 ins lange Eck schlenzte (64.). Zwar konnte der FCC in der 76. Minute durch einen Seitfallzieher Daniele Gabrieles nach einer Flanke von Tim Kircher einen offensiven Akzent setzen, aber die bessere Mannschaft blieb der SV Meppen, der in der 84. Minute den Deckel drauf machte. Jenas beste Möglichkeit der zweiten Halbzeit vergab Eroll Zejnullahu im 16er, und im Gegenzug verpasste René Eckardt mit seiner Grätsche den Ball. Lachender Dritter war Meppens Piossek, der den Tempogegenstoß mit platziertem Flachschuss zum 2:0 für die Hausherren abschloss. Den Schlusspunkt setzte Meppens Undav, der mit einer sehenswerten Einzelaktion zum 3:0 traf (90.). Mitten im Jubel der Hausherren, die ihren ersten Saisonheimsieg feiern durften, pfiff Schiedsrichter Schultes die Partie ab. 

Trainerstimmen:

Lukas Kwasniok (FCC): "Ich versuche, das Ganze sachlich zu analysieren, weil Emotionen aktuell nichts bringen. Spielsystematisch und personell haben wir einiges verändert. Dann gab es gleich den ersten Nackenschlag, als sich Jannis Kübler verletzte. Nach 15 Minuten haben wir dann ein recht ordentliches Auswärtsspiel gemacht. Letztendlich entscheiden aber Tore. Nach dem 0:1 wurde es ganz schwer, weil der Glaube und die Überzeugung fehlten. Unter dem Strich haben wir verdient verloren." 

Christian Neidhart (SV Meppen): "Die erste Halbzeit war sehr ausgeglichen. Da hatten wir gute Ansätze, wurden aber nicht mit einem Tor belohnt. Nach der Pause wurde es dann besser. Hervorragend, wie Valdet Rama mit seinem schwächeren Fuß traf. Das war der Dosenöffner. Ich bin froh, dass wir das zweite und dritte Tor nachgelegt haben."

Statistik

Tore:

1:0 Rama (65.)
2:0 Piossek (84.)
3:0 Undav (90.)

Aufstellungen:

Meppen: Domaschke - Ballmert, Puttkammer, Komenda, Amin - Egerer, Evseev (62. Tankulic) - Guder (79. El-Helwe),
Piossek, Rama (79. Düker) -Undav

CZ Jena: Coppens - Kircher, Grösch, Rohr, Obermair - Hammann - Kübler (4. Käuper), Gabriele, Eckardt - Skenderovic (70. Donkor)

Zuschauer: 6.109

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