Zum 10. Todestag von Robert Enke

10.11.2019

Zur Erinnerung an unseren ehemaligen Spieler Robert Enke (1977-2009)

Am frühen Abend des 10. November 2009, vor nunmehr zehn Jahren, nahm sich Robert Enke an einem Bahnübergang im niedersächsischen Neustadt am Rübenberge-Eilvese das Leben. Ein Ereignis, an das wir erinnern wollen.

Unser langjähriger Redakteur des Stadionprogramms ANPFIFF und ehemaliger Stadionsprecher, Uli Klemm, schrieb seine zeitlosen Gedanken damals zum Geschehen nieder:

„Rat und fassungslos hat uns der Freitod von Robert Enke zurückgelassen. Dass ein erfolgreicher junger Mann keinen anderen Ausweg sieht, als seinem Leben ein Ende zu setzen, ist bestürzend und aufwühlend zugleich.

Auch und besonders in Jena war die große Trauer zu spüren. Schließlich war Robert Enke ein Kind dieser Stadt. Robert Enke litt an Depressionen. Dies ist eine Krankheit, die behandelt werden muss, ohne dass es eine einhundertprozentige Chance auf Heilung gibt. Dass der Umgang mit der Diagnose ‚Depression‘ besonders problematisch ist, zeigt die Angst von Robert Enke, damit an die Öffentlichkeit zu gehen.

Die Krankheit zu enttabuisieren und anderen Betroffenen Mut zu machen, ist wohl die wichtigste Botschaft, die man aus dem schrecklichen Geschehnis vom Abend des 10. November 2009 mitnehmen sollte.

Einen tiefen Blick hinter seine eigene Fassade hat Robert Enke nicht zugelassen, nicht zulassen wollen. Wer ihn im Fernsehen beobachtete oder privat traf, der sah einen konzentrierten, ruhigen und scheinbar in sich ruhenden Menschen. Jeder kleine Fan, der bei Robert Enkes Besuchen im Jenaer Ernst-Abbe-Sportfeld ein Autogramm erbat, bekam es prompt – und ein paar freundliche Worte dazu. Er war kein öffentlicher Mensch im klassischen Sinne, aber er war immer für diejenigen da, die Hilfe brauchten oder einfach nur mit ihm reden wollten. Leider hatte am Ende niemand mehr die Chance, ihm zu helfen. Uns bleibt nur der Wunsch, dass die Familie den tiefen Schmerz eines Tages überwinden kann.

Der Freitod von Robert Enke ist aber auch eine Verpflichtung: Achtet aufeinander, lebt nicht einfach nur nebeneinander her! Wenn dies gelingt, wird sein Andenken wirklich in Ehren gehalten.“

An diesem Wochenende, an dem sich der Tod von Robert Enke nun zum bereits zehnten Mal jährt, rufen der DFB und die Robert-Enke-Stiftung mit Unterstützung der DFL und in Zusammenarbeit mit den Regional- und Landesverbänden zu einer gemeinsamen Aktion des deutschen Fußballs auf. Im Rahmen der #gedENKEminute soll bei den Fußballspielen am Sonntag nicht nur an den Menschen und Sportler Robert Enke erinnert, sondern vor allem für die Volkskrankheit Depression und die vorhandenen Hilfsangebote sensibilisiert werden. Teresa Enke, die nach dem Tod ihres Mannes die Robert-Enke-Stiftung gründete, erinnert in ihren Worten zur #gedENKEminute, die deutschlandweit am Sonntag zu den Fußballspielen der 1. Bundesliga bis in die Amateurligen zu hören sein wird, an eine wichtige Botschaft: "Depression ist heilbar! wenn sie frühzeitig erkannt und behandelt wird." Helft mit, die Krankheit zu enttabuisieren und informiert Euch!

Hilfe in Notfallsituationen gibt es übrigens auch bei der TelefonSeelsorge. Sie ist für jeden da, für alte und junge Menschen, Berufstätige, Hausfrauen, Auszubildende oder Rentner, für Menschen jeder Glaubensgemeinschaft und natürlich auch für Menschen ohne Kirchenzugehörigkeit. Mehr als 1,5 Millionen Gespräche werden jedes Jahr geführt, kostenfrei und rund um die Uhr.

Sorgen kann man teilen! 

Wo?

Hier: 0800/111 0 111 · 0800/111 0 222 · 116 123 

Ihr Anruf ist kostenfrei.

relevante Links:

FAQ zum Thema Depressionen

Robert-Enke-Stiftung

Hilfsangebote in Thüringen (NeST)

Telefonseelsorge

 

 

 

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