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Aufopferungsvoller Kampf wird nicht belohnt

05.04.2026

FCC-Frauen standen kurz vorm Finaleinzug und damit vor einer riesigen Pokalsensation, scheitern aber letztlich knapp im Elfmeterschießen gegen haushohe Favoritinnen aus Wolfsburg.

Ganze 37 Punkte trennen die Halbfinalkontrahentinnen in der Google Pixel Frauen-Bundesliga. An der haushohen Favoritenrolle für den VfL Wolfsburg zweifelte vor dem Spiel in jena wohl niemand. Daran änderte auch das Fehlen der angeschlagenen Alexandra Popp auf Seiten der Wölfinnen nichts. In der Liga trafen unsere FCC-Frauen und die Tabellenzweiten aus Niedersachsen in dieser Saison bereits zweimal aufeinander, wobei sich der FCC mit 1:3 bzw. 0:2 geschlagen geben musste. 

FCC-Trainer Florian Kästner, der neben Lisa Gora und Hannah Mesch auch auf Isabella Jaron verzichten musste, ließ seine Mannschaft im gewohnten 4-2-3-1 agieren. Und sie begann couragiert und hatte mit Elena Mühlemann in der achten Spielminute den ersten Abschluss. Der FCC versteckte sich nicht, presste hoch und kam durch Melina Reuter aus der Distanz zur nächsten Möglichkeit (12.). Zur Mitte der ersten Halbzeit hatte Jena dann das nötige Quentchen Glück, als der VfL beim Kopfballtor von Jannina Minge nach einem Freistoß in der 24. Minute knapp im Abseits stand. Fünf Minuten später war es Svenja Huth, die sich auf der rechten Seite durchsetzte und in den Jenaer Strafraumf flankte, wo Lineth Beerensteyn am zweiten Pfosten mit dem Kopf zur Stelle war - doch Jasmin Janning im Jenaer Kasten bildete die Endstation. Der VfL nahm mehr und mehr das Heft des Handelns in die Hand. Vivien Endemann hatte den nächsten Abschluss für Wolfsburg (32.). Doch es blieb beim 0:0. In der 33. Minute war es auf Jenaer Seite Olivia Alcaide, die aus spitzem Winkel zum Abschluss kam, doch dabei Stina Johannes im VfL-Tor vor keine größere Herausforderung stellte. Der FCC hielt weiter dagegen und stemmte sich mit viel Laufarbeit und hoher Bereitschaft den Favoritinnen aus der Autostadt entgegen. Zwar hatten die Wolfsburgerinnen nach der Anfangsviertelstunde, die Jena gehörte, mehr vom Spiel, doch es fehlte insgeamt an kreativen Ideen, um den FCC ernsthaft in Verlegenheit zu bringen. So ging es torlos - und damit einem ersten Jenaer Teilerfolg - in die Halbzeitpause.

Aus dieser kamen beide Teams personell unverändert. Fünf Minuten waren im zweiten Durchgang gespielt, da wurde Beerensteyn mit einem schönen Ball in die Tiefe wunderbar eingesetzt, doch ihr Abschluss aus aussichtsreicher Position verpuffte und war für FCC-Keeperin Janning kein Problem. Jena stand wie auch schon im ersten Durchgang weiter kompakt und hielt die Partie gegen die Wölfinnen, die noch am Donnerstag in Lyon in der Championsleague spielten (und dort ausschieden), weiter offen. Wolfsburg hatte zwar offensive Ansätze, kam aber nicht über diese hinaus. Auch nach einer Stunde Spielzeit war die Partie noch torlos, so dass sicher einige der 2.114 Zuschauerinnen und Zuschauer in der ad hoc arena im Ernst-Abbe-Sportfeld begannen, eine Überraschung zu wittern. Und sie wurden in der 67. Minute um ein Haar durch Melanie Reuter bestätigt, die es nach einem Zuspiel von Elena Mühlemann aus der Distanz versuchte und Wolfsburgs Schlussfrau Johannes zur Parade zwang. In der 70. Spielminute hatte dann aber wieder Wolfsburgs Beerensteyn eine gute Möglichkeit, doch sie timete die auf sie mustergültig geschlagene Flanke von der rechten Seite falsch und traf den Ball in aussichtsreicher Position nicht richtig. Byelde versuchte sich in der 82. Minute, doch wurde ihr Schuss aufs Jenaer Tor noch rechtzeitig geblockt. Wolfsburg wollte eine Verlängerung verhindern und erhöhte in den Schlussminuten zwar nochmals den Druck und wurde sichtbar ungeduldiger, ohne jedoch dabei gefährlicher zu werden. In der 82. Minute kam Fiona Gaißer nach überstandenem Kreuzbandriss wieder zurück aufs Feld. Wolfsburg versuchte, noch vor Ende der regulären Spielzeit den lucky punch zu setzen, doch der FCC blieb wach und verteidigte mit Jasmin Janning auch die letzte gute Wolfsburger Kopfballmöglichkeit durch Bergsvand bravourös, so dass es beim 0:0 blieb und somit in die Verlängerung ging - ein Achtungserfolg der Jenaer Mannschaft, die sich diesen mit einem engagierten Spiel auch verdient hatte. Für die Wolfsburgerinnen ging es somit in die zweite Verlängerung binnen dreier Tage.

Und dennoch schienen die Wolfsburgerinnen gegen viel gelaufene Jenaerinnen noch etwas mehr im Tank zu haben. Der VfL war in der Verlängerung das aktivere Team, kam auch in Abschlusspositionen, doch ließen es dort die Wölfinnen an der nötigen Präzision fehlen - zum Glück für den FCC, der in der ersten Halbzeit der Nachspielzeit kaum für Entlastung sorgen konnte. Aber es genügte, sich auf die Defensive zu konzentrieren, um die erste der beiden Halbzeiten in der Verlängerung schadlos zu überstehen. Und auch im zweiten Durchgang der Verlängerung tat sich der VfL schwer, kreative Lösungen zu finden, um den FCC ernsthaft in Verlegenheit zu bringen. Und wenn mal etwas durchkam, war Janning auf dem Posten. Der FCC blieb seiner Linie treu und konzentrierte sich darauf, die Null zu verteidigen, um dann seine Chance im Elfmeterschießen zu suchen. Und wenn es mal einen Impuls nach vorn gab, dann nach Standards so wie in der 115. Spielminute, als nach einem Freistoß aus dem rechten Halbfeld Felicia Sträßer mit dem Kopf zur Stelle war, allerdings den Ball nicht richtig drücken und aufs Tor bringen konnte. In der 120. Spielminute gab es nochmals einen Eckball für die Gäste. Doch auch dieser brachte keine Gefahr fürs Jenaer Tor. So blieb es auch nach 120 Minuten beim 0:0 und es ging tatsächlich ins Elfmeterschießen! Nicht weniger als eine Sensation, der mit dem Einzug ins Pokalfinale in Köln die noch größere hätte folgen können. 

Nach erfolgter Wahl ging es vor die Südtribüne, wo das Elfmeterschießen durchgeführt wurde, das der FCC eröffnete. Josephine Bonsu brachte mit einem sicher verwandelten Elfmeter den FCC in Führung. Wolfsburgs Janina Minge glich - ebenfalls ganz sicher - aus. Kapitänin Toma Ihlenburg übernahm als nächstes Verantwortung im Jenaer Team und schweißte den Ball an die Lattenunterkante, von wo der Ball ins Tor ging. Lineth Beerensteyn war als nächstes für den VfL an der Reihe - aber ihren schwachen Versuch hielt Jasmin Janning im Jenaer Kasten. Als danach Melina Reuter eiskalt zum 3:1 verwandete, nahm die Sensation langsam Konturen an. Doch Wolfsburgs Peddemors verwandelte zunächst zum 3:2. Daraufhin verlud Jenas Elena Mühlemann Keeperin Johannes im VfL-Tor und stellte auf 4:2. Es roch bereits nach Sensation, war doch der FCC nur noch einen Treffer vom Finale in Köln entfernt. Felicia Sträßer hatte den Finaleinzug auf dem Fuß. Doch der Versuch der mit 18 jahren Jüngsten auf dem Feld landete in den Armen von Johannes. Doch noch war Jena mit 4:3 in Führung. Svenja Huth als letzte Schützin des VfL musste also unbedingt treffen - und sie traf. Somit ging das Elfmeterschießen in die Extrarunde. Fiona Gaißer, nach langer Verletzung endlich wieder für den FCC zurück, lief an und scheiterte an Wolfsburgs Schlussfrau. Nun war es  Smilla Vallotto vorbehalten, die haushohen Favoritinnen mit einem sicher verwandelten Elfmeter zum 4:5 ins Pokalendspiel zu schießen. Jubel bei den Wölfinnen auf der einen Seite, große Jenaer Enttäuschung auf der anderen Seite. 

Denn der FCC war ganz nah dran an der Sensation, musste aber am Ende den Wolfsburgerinnen beim Jubeln zusehen. An der großartigen Leistung des Jenaer Teams gegen die Favoritinnen aus der Autostadt jedoch ändert dies nichts. Es war eine grandiose Leistung, die für die anstehenden Aufgaben im Kampf um den Klassenerhalt Mut machen sollte. Wir sind sehr stolz auf Euch!

Spielstatistik

Mannschaftsaufstellungen 
FCC: Jaron - Mummert (68. Schmid), Ihlenburg (C), Sträßer, Juckel - Mühlemann, Reske (82. Gaißer) - Reuter, Tietz (98. Haering), Bonsu - Alcaide (118. Julevic)
VfL: Johannes - Dijkstra, Peddemors, Minge, Beerensteyn, Huth, Levels, Küver (73. Bergsvand), Kielland, Endemann (106. Vallotto), Linder

Tore:
1:0 (Bonsu)
1:1 (Minge)
2:1 (Ihlenburg)
3:1 (Reuter)
3:2 (Peddemors)
4:2 (Mühlemann)
4:3 (Linder)
4:4 (Huth)
4:5 (Vallotto)

Zuschauer:
2.114 

Karten:
Bonsu (105.)

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