Vor der tollen Kulisse von 4.664 Fans - darunter knapp 100 Fans aus Jena - entsponn sich An der Alten Försterei mit Anpfiff eine intensive und spannende Achtelfinalpartie, in der die Köpenickerinnen in der zweiten Spielminute die erste Möglichkeit hatten, als nach einem Freistoß von der linken Seite der Ball gefährlich in den Jenaer Strafraum flog, wo sich aber zwei Unionerinnen gegenseitig behinderten und somit aus guter Position nicht zum Abschluss kamen. Die "eisernen Ladies" bestimmten den Spielbeginn, vermochten es aber auch nicht, zu nennenswerten Torabschlüssen zu kommen. Es dauerte eine knappe Viertelstunde bis zur ersten echten Torchance - und diese hatte Union. Zunächst konnte Jasmin Janning im Jenaer Kasten per Fußabwehr klären, bevor sich Halverkamp aus dem Rückraum traute und abschloss - knapp am zweiten Pfosten vorbei (14.) Jena reagierte mit zwei guten Umschaltmomenten. Zunächst schloss Noemi Gentile aus der Distanz ab - in die Arme der Union-Keeperin - und dann war es Rieke Tietz, die einen hohen Ball per Kopf - statt abzuschließen - nochmals vorm Tor ablegen wollte (16./17.). Doch das insgesamt gefährlichere Team war in dieser Phase der 1. FC Union Berlin. In der 22. Spielminute brachte Lisa Heiseler von der rechten Seite einen Eckball gefährlich vors Jenaer Tor, den Jasmin Janning gerade noch mit den Fingerspitzen entschärfen konnte. Doch der Ball war "noch heiß" und kam nochmals gefährlich in den Strafraum, wo Dina Orschmann aus zentraler Position mit dem Kopf zur Stelle war und der Querbalken für Jena rettete. Doch der FCC versteckte sich nicht. Elena Mühlemann bediente wunderbar Rieke Tietz, die im Strafraum aus halblinker Position abzog - doch der Ball rutschte über den linken Schlappen (26.). Beide Teams kamen in einem insgesamt ausgeglichenen Spiel zu ihren Möglichkeiten. Die Partie beruhigte sich in der Folgezeit etwas und es dauerte bis zur 37. Spielminute, als Jenny Hipp für Union mal einen Distanzschuss wagte, der jedoch Jasmin Janning vor keinerlei Probleme stellte. Ähnlich war es eine Minute vor der Halbzeitpause, als Elena Mühlemann eine Juckel-Vorlage nutzte, um von der Strafraumgrenze abzuschließen (44.). Fast mit dem Halbzeitpfiff holte Noemi Gentile mit ihrem abgeblockten Abschlussversuch noch einen Eckball heraus. Lisa Gora brachte die Ecke mustergültig vors Tor, wo die eingelaufene Toma Ihlenburg per Kopf zur Stelle war und zum 1:0 für den FCC verwandelte (45.). Mit dieser unter dem Strich nicht unverdienten Jenaer Führung ging es auch in die Halbzeitpause.
Union wechselte auf einer Position, während der FCC ohne personelle Veränderung aus den Köpenicker Katakomben kam. Und auch am Spiel änderte sich nicht viel. Union musste mehr machen, und der FCC blieb wachsam und konnte auch immer wieder Nadelstiche setzen und so für Entlastung sorgen. Es blieb ein Spiel auf Augenhöhe mit optischen Vorteilen für die "eisernen Ladies". Doch der FCC blieb gefährlich. Einen Freistoß von der rechten Seite führte Lisa Gora kurz aus auf Noemi Gentile, die abzog (54.). Doch ihr Schuss wurde von Unions Weidauer noch geblockt (54.). Aber auch Union blieb gefährlich und kam - ebenfalls nach einem Eckball - durch Dina Orschmann zu einer sehr guten Möglichkeit. Doch wiederholt rettete der Querbalken für den FCC. Union erhöhte - vor allem über Halverkamps und Weidauer - deutlich den Druck. Aber der FCC verteidigte seinen knappen Vorsprung und blieb seinerseits vor allem nach Standards gefährlich. Den Köpenickerinnen lief die Zeit davon. Dina Orschmann versuchte es von der Strafraumgrenze (79.), doch verfehlte sie Jenas Kasten letztlich deutlich. Praktisch im Gegenzug hätte der FCC alles klar machen können. Doch in einer Überzahlsituation nach einem Umschaltmoment ließ der FCC die Vorentscheidung liegen, da beim Zuspiel auf Isabella Jaron - frei vorm Tor - Jenas Stürmerin hauchdünn im Abseits stand (80.). Es blieb spannend bis zum Schluss. In der 87. Spielminute musste Jasmin Janning eine gute Unioner Flanke unterbinden, was Heiseler um ein Haar genutzt hätte. Doch die zwischenzeitlich ins Spiel gekommene Merza Julevic bereinigte. Kurz darauf hatte Isabella Jaron nach einer starken Gentile-Flanke von der rechten Seite das 2:0 auf dem Fuß. Doch der FCC band den Sack einfach nicht zu. So wurde gezittert bis zum Schluss. Und es gab sogar noch fünf Minuten oben drauf. Die letzte Aktion der Nachspielzeit brachte für Union nochmals einen Eckball. Doch der Schussversuch Steuerwalds im Anschluss der Ecke ging weit über das Jenaer Tor. Das war's! Abpfiff! Jubel! Pokal-Viertelfinale!
Spielstatistik
Mannschaftsaufstellungen:
FCC: Janning - Bonsu, Mummert, Ihlenburg (C), Sträßer (59. Schmid), Gora (85. Julevic) - Reske (85. Häring), Mühlemann, Gentile - Juckel (68. Jaron), Tietz
FCU: Böhl - Orschmann K. (75. Georgieva), Heiseler, Weidauer, Campbell (46. Heikkinen), Orschmann D., Steinert, Steuerwald, Weiß, Hipp (63. Moraitou), Halverkamps
Torfolge:
0:1 Ihlenburg (45.)
Zuschauer:
4.664
Schiedsrichterinnen:
Dr. Riem Hussein (Jasmin Matysiak / Irina Wehr)