Chemnitzer FC - FC Carl Zeiss Jena

17.09.2019

Nachfolgend unsere Zahlen, Daten und Fakten vor dem 9. Spieltag der 3. Liga am Samstag, den 21. September 2019 (Anstoß 14.00 Uhr im Stadion „An der Gellertstraße“) beim Chemnitzer FC.

Ein paar Infos zum Gegner:

Vereinsname: Chemnitzer Fußballclub e. V.

Gründungsdatum: 15. Januar 1966

Vereinsfarben: hellblau-weiß

Interimstrainer: Sreto Ristić (43 Jahre, Interimstrainer seit 05.09.2019)

Homepage: http://www.chemnitzerfc.de

Mitglieder: 2.707 (Stand: 31. Januar 2019)

Größte Erfolge: DDR-Meister 1967 und damit Teilnahme am Europapokal der Landesmeister 1967/1968, FDGB-Pokal-Finalist 1969, 1983 und 1989, Teilnahme am UEFA-Pokal 1989/1990 und 1990/1991, Erreichen des DFB-Pokal-Halbfinals 1993, Aufstieg in die 2. Bundesliga 1999

Erfolgreichste Torschützen: Matti Langer und Dejan Bozic (je 2 Treffer in 8 Spielen)

Stadion: Stadion „An der Gellertstraße“ (Anschrift: Gellertstr. 25, 09130 Chemnitz): 15.000 Plätze, davon 9.000 Sitzplätze und 6.000 Stehplätze - alle überdacht

Zuschauerschnitt in der Saison 2019/2020: 5.631


Am Samstag kommt es zur 90. Auflage des Ostduells zwischen dem Chemnitzer FC und unserem FCC. Es ist zugleich das absolute Kellerduell der 3. Liga: Der Tabellenvorletzte empfängt das Schlusslicht. Gleichzeitig stehen sich die beiden einzigen Teams gegenüber, die in der laufenden Drittligasaison noch sieglos sind.

Anfang September haben Trainer David Bergner und Geschäftsführer Thomas Sobotzik den Chemnitzer FC auf eigenen Wunsch verlassen. Das Training übernahmen bis auf weiteres der bisherige Co-Trainer Sreto Ristic, Assistent Christian Tiffert und Torwart-Trainer Marcel Höttecke. Mit ihrer Entscheidung zogen Sobotzik und Bergner die Konsequenzen aus den Anfeindungen in den vergangenen Wochen. Nachdem der Chemnitzer FC Anfang August seinem Kapitän Daniel Frahn wegen vermeintlicher Nähe zur rechtsextremen Szene gekündigt hatte, wurde die Kluft zwischen dem Verein und Teilen der Fans immer größer. Es gab teils öffentliche Anfeindungen, Drohungen und Beleidigungen gegenüber Insolvenzverwalter Klaus Siemon, Geschäftsführer Thomas Sobotzik und auch Trainer David Bergner.

Bei der Drittligapremiere unter Interimstrainer Sreto Ristić unterlag der Chemnitzer FC am Montag bei der SpVgg Unterhaching knapp mit 1:2. Die Sachsen zeigten bei den Oberbayern vor allem im ersten Durchgang eine starke Leistung und gerieten dennoch Mitte der 1. Halbzeit durch einen Foulelfmeter in Rückstand. Auch als Dominik Stroh-Engel mit seinem zweiten Treffer kurz nach Wiederanpfiff auf 2:0 stellte, ließ sich der Chemnitzer FC nur kurz schocken. Nach Flanke des eingewechselten ehemaligen Zeiss-Kickers Davud Tuma verkürzte Rafael Garcia nach einer Stunde per Kopf auf 1:2. Trotz weiterer Chemnitzer Möglichkeiten rettete Unterhaching die knappe Führung über die Zeit. Sreto Ristić sagte nach dem Spiel: „Kompliment an die Mannschaft. Wenn man so eine erste Halbzeit spielt, mit acht, neun Chancen, dann ist es schade. Aber es zählen nur Tore und Ergebnisse. Schade, dass es nicht gereicht hat.“

Die Historie der bisherigen Begegnungen zwischen dem FC Carl Zeiss Jena und dem Chemnitzer FC ist vor der 90. Auflage am Samstag lang. Das erste Spiel zwischen der BSG Fewa Chemnitz und der BSG Carl Zeiss Jena datiert bereits vom 2. September 1950. Carl Zeiss Jena gewann damals mit 2:1. In den Folgejahren wechselten die Vereinsnamen beider Clubs sehr häufig. Die erste Partie unter den aktuellen Vereinsnamen gab es erst am 3. November 1990. Insgesamt sind beide Mannschaften bis heute 89-mal aufeinander getroffenen. Die Gesamtbilanz spricht mit 35 Siegen, 27 Unentschieden und 27 Niederlagen für den FCC. Von bis heute insgesamt 45 Partien in Chemnitz konnte unser FCC jedoch nur 7 für sich entscheiden, 18 Aufeinandertreffen endeten unentschieden und 20-mal behielt der Gastgeber die Punkte. Das letzte Gastspiel unseres FCC in der einst noch „community4you ARENA“ genannten Spielstätte datiert vom 3. Februar 2018. Tom Baumgart erzielte damals für Chemnitz 10 Minuten vor dem Ende den Treffer des Tages vor 6.788 Zuschauern.

Die Geschichte des organisierten Fußballsports in Chemnitz geht zurück auf den 2. Dezember 1899 als Studenten des Technikums Mittweida den Chemnitzer SC Britannia gründeten, der später in Chemnitzer Ballspiel-Club (CBC) umbenannt wurde. Der CBC gehörte zu den Gründungsvereinen des DFB und erzielte als Mitteldeutscher Vizemeister und Mitteldeutscher Pokalsieger 1926/1927 bereits früh erste Erfolge. Aufgrund Zahlungsunfähigkeit endete die Ära des Chemnitzer BC im Jahr 1933. Zu diesem Zeitpunkt war bereits ein anderer Verein aus Chemnitz ins Rampenlicht getreten - der Chemnitzer Polizeisportverein. Dieser hatte zusammen mit dem Chemnitzer BC die Stadt in der Gauliga Sachsen, der damals höchsten Spielklasse, vertreten. Nach Ende des 2. Weltkriegs gründete sich die SG Chemnitz Nord, die nach Einführung des Systems der Betriebssportgemeinschaften 1948 durch die Fewa-Werke Chemnitz übernommen und in BSG Fewa Chemnitz umgewandelt wurde. Es folgte im Januar 1951 die Umbenennung in BSG Chemie Chemnitz und infolge der Umbenennung Chemnitz in Karl-Marx-Stadt im Mai 1953 in BSG Chemie Karl-Marx-Stadt. Nach Wechsel der Trägerschaft wurde die BSG am 3. März 1956 zunächst in den Sportclub Motor Karl-Marx-Stadt umgewandelt, ab 1963 entfiel schließlich der Namenszusatz „Motor“. Durch Herauslösung der Abteilung Fußball aus dem Sportclub wurde am 15. Januar 1966 der Fußballclub Karl-Marx-Stadt neu gegründet, der unter diesem Namen bis zum Ende der DDR bestehen blieb. Am 12. Juni 1990 wurde als Nachfolger des FC Karl-Marx-Stadt der Chemnitzer FC in das Vereinsregister eingetragen. Die DDR-Meisterschaft 1967 gilt zusammen mit der Vizemeisterschaft 1990 als größter Erfolg in der Vereinsgeschichte. Im FDGB-Pokal konnte man zwar dreimal das Finale erreichen (1969, 1983 und 1989), den Pokal aber nie gewinnen. International scheiterten die Himmelblauen im Europapokal der Landesmeister 1967/1968 bereits in der 1. Runde am RSC Anderlecht. Ebenfalls in der 1. Runde Schluss war im UEFA-Pokal 1990/1991 im Duell mit Borussia Dortmund. In der Spielzeit zuvor erreichte Chemnitz nach Siegen gegen Boavista Porto und den FC Sion das Achtelfinale des UEFA-Pokals, musste sich dort jedoch Juventus Turin geschlagen geben. Trainer des CFC von 1988 bis 1993 war Hans Meyer. Unter ihm qualifizierten sich die Chemnitzer auch für die 2. Bundesliga, in der sie in der Premierensaison auf einem starken 4. Platz landeten. 1993 rückte der Chemnitzer FC bis in das Halbfinale des DFB-Pokals vor, scheiterte dort aber an der Überraschungsmannschaft Hertha BSC Amateure. Von 1991 bis 1996 und nochmals von 1999 bis 2001 spielte der Chemnitzer FC in der 2. Bundesliga. Als Tabellenletzter der Regionalliga Nord stiegen die Himmelblauen 2006 in die NOFV-Oberliga Staffel Süd ab. Zwei Jahre später qualifizierte man sich als Tabellenzweiter für die neue dreigleisige Regionalliga. Im Jahr 2011 wurde der CFC Meister der Regionalliga Nord und kehrte damit in den Profifußball zurück. Am 10. April 2018 meldete der Chemnitzer FC im Hinblick auf einen sportlich nahezu unvermeidlichen Abstieg aus der 3. Liga Insolvenz an. Als Insolvenzverwalter wurde der Kölner Rechtsanwalt Klaus Siemon bestimmt. Gemäß DFB-Statuten erfolgte ein Abzug von 9 Punkten. In der letzten Saison wurde der Chemnitzer FC trotz Insolvenz souverän Meister der Regionalliga Nordost und kehrte damit nach nur einem Jahr Abstinenz in die 3. Liga zurück.

Auf Seiten unseres FCC fehlen am Samstag weiterhin die Langzeitverletzten Jannis Kübler (Schulterluxation) und Matthias Kühne (Rekonvaleszenz nach Kreuzbandriss im rechten Knie). Ob Dominic Volkmer (Verletzung des Schultereckgelenks) einsatzbereit ist, entscheidet sich im Laufe der Trainingswoche. Beim Chemnitzer FC fehlten zuletzt Ioannis Karsanidis (Reha nach Kreuzbandriss), Philipp Sturm (Reha nach Syndesmosebandriss) und Kostadin Velkov (Trainingsrückstand nach Meniskusverletzung).

Die bisherigen Partien zwischen dem FC Carl Zeiss Jena und dem Chemnitzer FC seit der Saison 1991/1992 – mit Angabe d. Torschützen in Klammern:
Saison 1991/1992 (2. Bundesliga):
Chemnitzer FC – FC Carl Zeiss Jena 0:2 (Jürgen Raab, Timo Löhnert)
FC Carl Zeiss Jena – Chemnitzer FC 1:1 (Olaf Holetschek – Steffen Heidrich)

Saison 1991/1992 (2. Bundesliga - Aufstiegsrunde):
Chemnitzer FC – FC Carl Zeiss Jena 1:0 (Thorsten Boer)
FC Carl Zeiss Jena – Chemnitzer FC 1:2 (Carsten Klee – Steffen Heidrich, Dirk Barsikow)

Saison 1992/1993 (2. Bundesliga):
Chemnitzer FC – FC Carl Zeiss Jena 1:0 (Steven Zweigler)
FC Carl Zeiss Jena – Chemnitzer FC 0:0

Saison 1993/1994 (2. Bundesliga):
FC Carl Zeiss Jena – Chemnitzer FC 0:2 (Thomas Laudeley, Lutz Wienhold)
Chemnitzer FC – FC Carl Zeiss Jena 0:0

Saison 1995/1996 (2. Bundesliga):
FC Carl Zeiss Jena – Chemnitzer FC 4:1 (Olaf Holetschek, Mark Zimmermann, Karsten Hutwelker, Bernd Schneider – Goran Milanko)
Chemnitzer FC – FC Carl Zeiss Jena 3:0 (3 x Torsten Gütschow)

Saison 1995/1996 (DFB-Pokal 2. Hauptrunde):
FC Carl Zeiss Jena – Chemnitzer FC 2:5 (Bernd Schneider, Gediminas Sugzda – Jens-Uwe Penzel (Eigentor), Torsten Gütschow, René Hecker, Henri Fuchs, Silvio Meißner)

Saison 1998/1999 (Regionalliga):
Chemnitzer FC – FC Carl Zeiss Jena 0:0
FC Carl Zeiss Jena – Chemnitzer FC 0:0

Saison 2005/2006 (Regionalliga):
Chemnitzer FC – FC Carl Zeiss Jena 1:3 (Frank Mayer - Kais Manai, Mark Zimmermann, Sebastian Hähnge)
FC Carl Zeiss Jena – Chemnitzer FC 3:1 (Torsten Ziegner, Mark Zimmermann, Holger Hasse - Yakubu Adamu)

Saison 2011/2012 (3. Liga):
FC Carl Zeiss Jena – Chemnitzer FC 1:2 (Sebastian Hähnge – Marcel Wilke, Pavel Dobry)
Chemnitzer FC – FC Carl Zeiss Jena 1:1 (Anton Fink – Nils Pichinot)

Saison 2017/2018 (3. Liga):
FC Carl Zeiss Jena - Chemnitzer FC 1:1 (Jan Löhmannsröben – Daniel Frahn)
Chemnitzer FC - FC Carl Zeiss Jena 1:0 (Tom Baumgart)

Gesamtbilanz aus Sicht des FCC:
89 Spiele: 35 Siege, 27 Unentschieden, 27 Niederlagen

Gesamtauswärtsbilanz aus Sicht des FCC:
45 Auswärtsspiele: 7 Siege, 18 Unentschieden, 20 Niederlagen

Die bisherigen Saisonergebnisse in der 3. Liga – mit Angabe d. jeweiligen Torschützen für den Chemnitzer FC in Klammern:
SV Waldhof Mannheim H 1:1 (Marcel Seegert (Eigentor))
FC Viktoria Köln A 2:3 (Dejan Bozic (Handelfmeter), Tarsis Bonga)
SV Meppen H 2:4 (Matti Langer, Dejan Bozic)
Hallescher FC A 1:3 (Matti Langer)
1. FC Magdeburg H 0:0
FC Bayern München II A 2:2 (Daniel Bohl, Davud Tuma)
TSV 1860 München H 0:1
SpVgg Unterhaching A 1:2 (Rafael Garcia)

Die Aufstellung des Chemnitzer FC aus dem letzten Spiel bei der SpVgg Unterhaching:
----------------------------------------------- Jakub Jakubov --------------------------------------------
Paul Milde - Georgi Sarmov - Niklas Hoheneder - Sören Reddemann - Thomas Doyle
--------------------------- Matti Langer ------------------ Tobias Müller ------------------------------
Rafael Garcia --------------------------------------------------------------------------- Tarsis Bonga
------------------------------------------------ Philipp Hosiner -------------------------------------------

In der Tabelle rangiert der Chemnitzer FC mit drei Unentschieden und fünf Niederlagen aus bisher acht Spielen derzeit sieglos mit 3 Punkten und einem Torverhältnis von 9:16 auf dem 19. Rang. In der reinen Heimtabelle belegen die Sachsen mit zwei Unentschieden und zwei Niederlagen aus bis dato vier Partien im heimischen Stadion „An der Gellertstraße“ sowie daraus resultierenden 2 Zählern (Torverhältnis: 3:6) den 18. Platz.

Schiedsrichter am Samstag in Chemnitz ist Manuel Gräfe (45 Jahre, Berlin), seine Assistenten sind Johannes Schipke (27 Jahre, Landsberg-Queis/Sachsen-Anhalt) und Martin Speckner (23 Jahre, Schloßbach(Bayern).

Manuel Gräfe, der am Samstag seinen 46. Geburtstag feiert, ist bereits seit 1999 DFB-Schiedsrichter, pfeift seit 2004 Partien in der 1. Bundesliga - bisher 258 an der Zahl - und wurde von 2007 bis 2018 auf der Liste der FIFA-Schiedsrichter geführt. Gräfe ist Sportwissenschaftlicher und pfeift für Hertha 03 Zehlendorf. Der 1,97 Meter große Unparteiische wurde in der Saison 2010/2011 als Schiedsrichter des Jahres ausgezeichnet. Im August 2017 erregte Manuel Gräfe mediale Aufmerksamkeit, als er seinen Vorgesetzten Herbert Fandel und Hellmut Krug Mauschelei und Intransparenz bei der Schiedsrichterauswahl vorwarf. Unseren FCC pfiff Gräfe insgesamt sechsmal. Dabei gab es bei sechs Niederlagen noch keinen einzigen Punkt. Der Berliner leitete unseren FCC u.a. bei der 0:3-Derbyniederlage in Erfurt am 23. Juli 2011, als er Sebastian Hähnge kurz nach Wiederanpfiff des Feldes verwies und beim DFB-Pokalhalbfinale in Dortmund am 18. März 2008. Damals sah Jan Šimák kurz nach Wiederanpfiff die Ampelkarte.

Partien unseres FCC unter der Leitung von Schiedsrichter Manuel Gräfe:
2007/2008 Kickers Offenbach H 2:3 (1 gelbe Karte, gelb-rote Karte für Offenbachs Rüdiger Rehm)
2007/2008 Alemannia Aachen H 2:3 (4 gelbe Karten)
2007/2008 Borussia Dortmund A 0:3 (3 gelbe Karten, gelb-rote Karte für Jan Šimák)
2008/2009 Erzgebirge Aue A 0:5 (5 gelbe Karten, rote Karte für André Schembri)
2011/2012 Rot-Weiß Erfurt A 0:3 (6 gelbe Karten, rote Karte für Sebastian Hähnge)
2018/2019 FC Energie Cottbus A 1:2 (keine Karten)

Gesamtbilanz unseres FCC unter der Leitung von Schiedsrichter Manuel Gräfe:
6 Spiele: 6 Niederlagen

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