Drei Fragen an Tom Samson zum Thema Videoanalyse im NWLZ

02.05.2021

Weiter geht´s mit unserem Blick hinter die Kulissen des FCC-Nachwuchs mit Tom Samson, der im NWLZ die Verantwortung für den Bereich Videoanalyse inne hat.

Welchen Stellenwert hat das Thema Videoanalyse in der Nachwuchsausbildung?

Die Videoanalyse nimmt in der Nachwuchsarbeit einen immer wichtigeren Stellenwert ein, wobei der Fokus natürlich bei den älteren Mannschaften im Nachwuchsleistungszentrum liegt. Dort werden mit Hilfe der Videoanalyse nicht nur die eigenen Spiele analysiert, sondern auch schon mit Videosequenzen auf den nächsten Gegner vorbereitet. Darüber hinaus nimmt die Individualanalyse einen wichtigen Stellenwert ein, um die Spieler bestmöglich zu entwickeln. Das ist natürlich von Spielertyp zu Spielertyp unterschiedlich: manchen Spielern reicht eine mündliche Analyse, andere müssen die Dinge direkt auf dem Platz lernen und die Videoanalyse deckt den visuellen Typ ab, damit die Spieler sich selbst in Aktion sehen können und gewisse Handlungen und Abläufe optimiert werden können. In den jüngeren Jahrgängen sehe ich den Schwerpunkt der Videoanalyse bei der Technik eines Spielers (Beispiel: Schusstechnik), während mit zunehmendem Alter der Fokus eher auf den taktischen und gruppentaktischen Elementen liegt (Beispiel: Spielaufbau über Flügel oder Zentrum). Deswegen ist die Videoanalyse aus der Nachwuchsarbeit kaum noch wegzudenken, da sie einen großen Teil in der Weiterentwicklung der Spieler im Nachwuchsleistungszentrum ausmacht. Sie nimmt den Spielern natürlich nicht die Arbeit oder Eigenmotivation ab, ist aber ein wichtiges Tool, um als einzelner Spieler voranzukommen. Nicht umsonst schauen sich die Spieler Videos von Cristiano Ronaldo oder Lionel Messi auf YouTube an, um deren Spielweise zu studieren.

In welchen Bereichen wird die Videoanalyse wird die Videoanalyse beim FCC eingesetzt?

Mit der Aufnahme der Spiele beginnen die Trainerteams bei uns ab der U14, wo der Umfang natürlich noch nicht so hoch ist wie beispielsweise bei der U17 oder U19. Dort setzt man sich über die Analyse bereits im Vorfeld mit mehreren Spielen des anstehenden nächsten Gegners auseinander, um Trainer und Mannschaft wichtige Hinweise an die Hand zu reichen. Ansonsten steht bei der Videoanalyse der Spieler im Vordergrund. Es geht darum, Entwicklungspotentiale auszunutzen und den Spielern die bestmögliche Weiterentwicklung zu ermöglichen und anzubieten. Deswegen ist die Videoanalyse neben den Spielen ein wichtiger Baustein in der Trainingsarbeit der einzelnen Trainerteams.

Welche Entwicklungen sind aktuell und zukünftig im Bereich Videoanalyse zu beobachten?

Der Trend geht aktuell ganz klar dazu, dass die Videoanalyse und der Bereich Datenanalyse miteinander verschmelzen. Dies bedeutet, dass man neben den Videosequenzen eine Vielzahl an statistischen Daten (Laufleistung, Torschüsse, Pässe etc.) über die Mannschaft und über einzelne Spieler sammelt. Die Trainerteams haben beispielsweise die Möglichkeit zu sehen, welche Spieler wie viele Pässe miteinander gespielt haben, in welchen Zonen auf dem Feld diese Pässe gespielt wurden und eine Auswertung, wie viele dieser Pässe erfolgreich oder nicht erfolgreich waren. Dieser Trend wird sich auch über die nächste Zeit weiterentwickeln. Ansonsten ist auch beim ,,Projekt Zukunft“ vom DFB zu erkennen, dass der Trend zur Individual- und Gruppenanalyse geht und die Gegneranalyse dann eher bei den älteren Mannschaften im Nachwuchs thematisiert wird.

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