Null zu vier gegen Bayer 04
Sein Comeback im DFB-Pokal nach dreieinhalbjähriger Abstinenz verlor der FC Carl Zeiss heute bei tropischen Temperaturen gegen Bayer Leverkusen mit 0:4 und ist somit in der 1. Runde ausgeschieden.
Nach der Meldung über den Verletzungsausfall von Tom Geißler ereilte Trainer und Mannschaft kurz vor Spielbeginn die nächste Hiobsbotschaft. René Eckardt klagte beim Einspielen über eine Muskelverhärtung im Oberschenkel und musste passen. Für ihn rückte Sebastian Frieß von der Ersatzbank in die Startelf.
Zeiss-Coach Petrick Sander hatte angekündigt, nicht auf Gedeih und Verderb angreifen zu lassen, weil man dann Gefahr laufen würde, ausgekontert zu werden. All seine taktischen Vorgaben, hinten kompakt zu stehen, um möglichst lange das 0:0 zu halten, waren jedoch nach nicht einmal zwei Minuten nur noch Makulatur. Jenas Hintermannschaft hatte das Leder trotz zwischenzeitlichen Ballbesitzes nicht aus der Gefahrenzone bekommen und geriet nach 100 Sekunden durch Rolfes' Schuss von der Strafraumgrenze in Rückstand. Leverkusens Coach Sascha Lewandowski sollte sich hinterher sehr zufrieden zeigen mit der Anfangsviertelstunde seiner Elf, weil diese auch nach dem 1:0 weiter konsequent und weitgehend ungestört nach vorn spielte. Ließ Andre Schürrle in Minute 11 nach Castros Vorarbeit noch eine gute Chance liegen, gelang dem Deutsch-Marokkaner Karim Bellarabi in Minute 25 bereits die Vorentscheidung. Sein Schuss aus mehr als 25 Metern war sehenswert und da der Ball zunächst an den Innenpfosten und dann ins Tor prallte, kam auch noch ein bisschen Glück hinzu. Die Partie drohte bereits zu diesem frühen Zeitpunkt den befürchtet einseitigen Verlauf zu nehmen, da unsere Mannschaft bis dahin viel zu viel Respekt offenbarte und der Kontrahent im Schongang das Spiel unter Kontrolle bekommen hatte. Nach Benders intelligentem Pass in die Schnittstelle der Jenaer Abwehr ergab sich für Bellarabi die Gelegenheit zu seinem zweiten Treffer, welche er mit Schuss vorbei am langen Pfosten jedoch nicht nutzte (24.).
Eine halbe Stunde war gespielt, als der Ball erneut an das Aluminium des Jenaer Tores krachte. Es war Nationalspieler Andre Schürrle, der die Latte traf. Erst eine Minute vor der Halbzeitpause bekam Jenas Torwart Tino Berbig auch einmal die Chance sich auszuzeichnen. Einen Schlenzer von Schürrle lenkte er zum Eckball, den dann noch Marcel Schlosser von der Torlinie abfangen musste. An Jenas ängstlicher Spielweise änderte sich bis zum Halbzeitpfiff nichts mehr, sodass in 45 Minuten keine einzige Torchance zu Buche stand. Nur Sebastian Fries erhielt einmal Beifall der mehr als 8000 Zuschauer, als er auf der linken Seite einen langen Ball von Wolf in Richtung Bayer-Gehäuse verlängerte. Wirkliche Gefahr beschwor er aber auch damit nicht herauf.
Unverändert ging es in die zweiten 45 Minuten und dies nicht nur in personeller Hinsicht. Denn Tormöglicheiten besaß zunächst einmal wieder nur der Erstligist. Kießlings Schuss nach Pass von Schwaab über die Latte (48.), Benders Schuss nach Castros Rechtsflanke (50.) und die Chance für Kießling nach missglückter Abwehraktion von Schulte (52.) - der häufigste Kritikpunkt der Bayer-Akteure war nach dem Match nicht umsonst das Auslassen zu vieler Gelegenheiten. Dann steigt Bellarabi an der Seitenlinie überhart gegen Fries ein. Dieser wird außerhalb des Spielfeldes noch behandelt, als Jena in Unterzahl sein schönster Angriff im Spiel gelingt. Nach Spurt durch die gegnerische Hälfte spielt Marco Riemer auf Przemyslaw Trytko und dessen Schuss ins lange Eck muss Bernd Leno mit einer Flugeinlage entschärfen. Dies war der Startschuss zur besten Phase der Zeiss-Elf, die sich nun endlich mal etwas mehr zutrauen sollte. Und wäre Schlossers Abspiel auf Fries ein bisschen präziser gekommen, wäre der kurz vor Anpfiff erst ins Team gerückte Mittelfeldspieler zu einer erstklassigen Torchance gelangt (65.). So aber änderte das kurzzeitige Aufbäumen des Viertligisten leider nichts am Gesamtstand und wenig am Gesamtbild. Außer vielleicht, dass sich die Werkself in der Schlussphase bewogen sah, wieder etwas konzentrierter zur Sache zu gehen. Stefan Kießling hatte das 3:0 mit einem Flachschuss bereits in der 78. Minute auf dem Fuß. Sechzig Sekunden später muss Robert Zickert in höchster Not kurz vor der Linie klären. Und neun Minuten vor Schluss kam Kießling doch noch zu seinem Erfolgserlebnis, da ihm der aus spitzem Winkel erzielte Treffer zugesprochen wurde, obwohl Ronald Wolf bei erfolglosem Rettungsversuch zuletzt am Ball gewesen war. Junior Fernandes stellte in Abstaubermanier in der Schlussminute den Endstand her.
Das 0:4 gegen Bayer 04 wird dem Spielverlauf allemal gerecht. Die Zeiss-Elf ernte immerhin Applaus von den Rängen nach Abpfiff einer Partie, die letztlich aber doch nur als hochkarätige Generalprobe für den verspäteten Ligastart herhalten kann. Um mehr daraus werden zu lassen, stand sich die neuformierte Jenaer Mannschaft mit zu großem Respekt lange Zeit selbst im Wege.
Meinungen im Spiel
Gästecoach Sascha Lewandowski:
"Es war gut, wie unsere Mannschaft ins Spiel gegangen ist. So druckvoll muss ein Bundesligist solch eine Aufgabe angehen. In der Folge haben wir aber nicht konsequent unsere Möglichkeiten genutzt. So stand es lange Zeit nur 2:0 und Jena hat Mitte der zweiten Halbzeit versucht, das Spiel nach vorn zu suchen. Insgesamt haben wir das Spiel dennoch dominiert."
Karim Bellarabi, Bayers Schütze des 2:0:
"Jena hat ein gutes Spiel gemacht und gut gekämpft. Für eine Mannschaft aus der 4. Liga muss man ihr Respekt zollen, wie sie gegen uns gespielt hat."
Petrik Sander:
"In der ersten Halbzeit waren wir zu mutlos, haben es dem Gegner zu einfach gemacht, Tore zu schießen. Da sind Einige heute an ihre Grenzen gestoßen und haben sich in den Zweikämpfen so verhalten, wie man sich im Männerfußball nicht verhalten darf. Erst in der zweiten Halbzeit sah es etwas besser aus, wobei ich nicht weiß, ob wir stärker waren oder Leverkusen etwas nachgelassen hatte. Es passiert nicht jeden Tag, dass ein Bundesligist zu einem Pflichtspiel vorbei schaut. Da muss man sich anders verkaufen. Ich kann nicht verstehen, dass die Spieler so eine Chance verstreichen lassen. Ok, es gab auch gute Phasen. Aber wir müssen akzeptieren, Leverkusen in keiner Phase in Gefahr gebracht zu haben. Jetzt gilt es, erst einmal zu regenerieren und dann den Fokus auf Freitag zu lenken."
Tino Berbig:
"Wir haben schlecht angefangen, gleich zwei komplett unnötige Tore kassiert. Erst in der zweiten Halbzeit haben wir phasenweise guten Fußball gespielt. Mit dem 0:4 sind wir gut bedient und konzentrieren uns jetzt auf Freitag."
Statistik
Jena: Berbig - Wolf, Dvorschak, Zickert, Schulte; Peßolat (77. Grösch), Riemer; Fries (68. T. Schmidt), Trytko (85. Ibold), Schlosser; Huke
Leverkusen: Leno; Schwaab, Friedrich, Wollscheid, Kadlec; Bender, Rolfes, Castro (68. Reinartz), Rolfes, Bellarabi (68. Sam), Schürrle; Kießling (85. Fernandes)
Tore: 0:1 Rolfes (2.), 0:2 Bellarabi (15.), 0:3 Kießling (81.), 0:4 Fernandes (90.)
Schiedsrichter: Stieler (Hamburg)
Zuschauer: 8043
Zeiss-Coach Petrick Sander hatte angekündigt, nicht auf Gedeih und Verderb angreifen zu lassen, weil man dann Gefahr laufen würde, ausgekontert zu werden. All seine taktischen Vorgaben, hinten kompakt zu stehen, um möglichst lange das 0:0 zu halten, waren jedoch nach nicht einmal zwei Minuten nur noch Makulatur. Jenas Hintermannschaft hatte das Leder trotz zwischenzeitlichen Ballbesitzes nicht aus der Gefahrenzone bekommen und geriet nach 100 Sekunden durch Rolfes' Schuss von der Strafraumgrenze in Rückstand. Leverkusens Coach Sascha Lewandowski sollte sich hinterher sehr zufrieden zeigen mit der Anfangsviertelstunde seiner Elf, weil diese auch nach dem 1:0 weiter konsequent und weitgehend ungestört nach vorn spielte. Ließ Andre Schürrle in Minute 11 nach Castros Vorarbeit noch eine gute Chance liegen, gelang dem Deutsch-Marokkaner Karim Bellarabi in Minute 25 bereits die Vorentscheidung. Sein Schuss aus mehr als 25 Metern war sehenswert und da der Ball zunächst an den Innenpfosten und dann ins Tor prallte, kam auch noch ein bisschen Glück hinzu. Die Partie drohte bereits zu diesem frühen Zeitpunkt den befürchtet einseitigen Verlauf zu nehmen, da unsere Mannschaft bis dahin viel zu viel Respekt offenbarte und der Kontrahent im Schongang das Spiel unter Kontrolle bekommen hatte. Nach Benders intelligentem Pass in die Schnittstelle der Jenaer Abwehr ergab sich für Bellarabi die Gelegenheit zu seinem zweiten Treffer, welche er mit Schuss vorbei am langen Pfosten jedoch nicht nutzte (24.).
Eine halbe Stunde war gespielt, als der Ball erneut an das Aluminium des Jenaer Tores krachte. Es war Nationalspieler Andre Schürrle, der die Latte traf. Erst eine Minute vor der Halbzeitpause bekam Jenas Torwart Tino Berbig auch einmal die Chance sich auszuzeichnen. Einen Schlenzer von Schürrle lenkte er zum Eckball, den dann noch Marcel Schlosser von der Torlinie abfangen musste. An Jenas ängstlicher Spielweise änderte sich bis zum Halbzeitpfiff nichts mehr, sodass in 45 Minuten keine einzige Torchance zu Buche stand. Nur Sebastian Fries erhielt einmal Beifall der mehr als 8000 Zuschauer, als er auf der linken Seite einen langen Ball von Wolf in Richtung Bayer-Gehäuse verlängerte. Wirkliche Gefahr beschwor er aber auch damit nicht herauf.
Unverändert ging es in die zweiten 45 Minuten und dies nicht nur in personeller Hinsicht. Denn Tormöglicheiten besaß zunächst einmal wieder nur der Erstligist. Kießlings Schuss nach Pass von Schwaab über die Latte (48.), Benders Schuss nach Castros Rechtsflanke (50.) und die Chance für Kießling nach missglückter Abwehraktion von Schulte (52.) - der häufigste Kritikpunkt der Bayer-Akteure war nach dem Match nicht umsonst das Auslassen zu vieler Gelegenheiten. Dann steigt Bellarabi an der Seitenlinie überhart gegen Fries ein. Dieser wird außerhalb des Spielfeldes noch behandelt, als Jena in Unterzahl sein schönster Angriff im Spiel gelingt. Nach Spurt durch die gegnerische Hälfte spielt Marco Riemer auf Przemyslaw Trytko und dessen Schuss ins lange Eck muss Bernd Leno mit einer Flugeinlage entschärfen. Dies war der Startschuss zur besten Phase der Zeiss-Elf, die sich nun endlich mal etwas mehr zutrauen sollte. Und wäre Schlossers Abspiel auf Fries ein bisschen präziser gekommen, wäre der kurz vor Anpfiff erst ins Team gerückte Mittelfeldspieler zu einer erstklassigen Torchance gelangt (65.). So aber änderte das kurzzeitige Aufbäumen des Viertligisten leider nichts am Gesamtstand und wenig am Gesamtbild. Außer vielleicht, dass sich die Werkself in der Schlussphase bewogen sah, wieder etwas konzentrierter zur Sache zu gehen. Stefan Kießling hatte das 3:0 mit einem Flachschuss bereits in der 78. Minute auf dem Fuß. Sechzig Sekunden später muss Robert Zickert in höchster Not kurz vor der Linie klären. Und neun Minuten vor Schluss kam Kießling doch noch zu seinem Erfolgserlebnis, da ihm der aus spitzem Winkel erzielte Treffer zugesprochen wurde, obwohl Ronald Wolf bei erfolglosem Rettungsversuch zuletzt am Ball gewesen war. Junior Fernandes stellte in Abstaubermanier in der Schlussminute den Endstand her.
Das 0:4 gegen Bayer 04 wird dem Spielverlauf allemal gerecht. Die Zeiss-Elf ernte immerhin Applaus von den Rängen nach Abpfiff einer Partie, die letztlich aber doch nur als hochkarätige Generalprobe für den verspäteten Ligastart herhalten kann. Um mehr daraus werden zu lassen, stand sich die neuformierte Jenaer Mannschaft mit zu großem Respekt lange Zeit selbst im Wege.
Meinungen im Spiel
Gästecoach Sascha Lewandowski:
"Es war gut, wie unsere Mannschaft ins Spiel gegangen ist. So druckvoll muss ein Bundesligist solch eine Aufgabe angehen. In der Folge haben wir aber nicht konsequent unsere Möglichkeiten genutzt. So stand es lange Zeit nur 2:0 und Jena hat Mitte der zweiten Halbzeit versucht, das Spiel nach vorn zu suchen. Insgesamt haben wir das Spiel dennoch dominiert."
Karim Bellarabi, Bayers Schütze des 2:0:
"Jena hat ein gutes Spiel gemacht und gut gekämpft. Für eine Mannschaft aus der 4. Liga muss man ihr Respekt zollen, wie sie gegen uns gespielt hat."
Petrik Sander:
"In der ersten Halbzeit waren wir zu mutlos, haben es dem Gegner zu einfach gemacht, Tore zu schießen. Da sind Einige heute an ihre Grenzen gestoßen und haben sich in den Zweikämpfen so verhalten, wie man sich im Männerfußball nicht verhalten darf. Erst in der zweiten Halbzeit sah es etwas besser aus, wobei ich nicht weiß, ob wir stärker waren oder Leverkusen etwas nachgelassen hatte. Es passiert nicht jeden Tag, dass ein Bundesligist zu einem Pflichtspiel vorbei schaut. Da muss man sich anders verkaufen. Ich kann nicht verstehen, dass die Spieler so eine Chance verstreichen lassen. Ok, es gab auch gute Phasen. Aber wir müssen akzeptieren, Leverkusen in keiner Phase in Gefahr gebracht zu haben. Jetzt gilt es, erst einmal zu regenerieren und dann den Fokus auf Freitag zu lenken."
Tino Berbig:
"Wir haben schlecht angefangen, gleich zwei komplett unnötige Tore kassiert. Erst in der zweiten Halbzeit haben wir phasenweise guten Fußball gespielt. Mit dem 0:4 sind wir gut bedient und konzentrieren uns jetzt auf Freitag."
Statistik
Jena: Berbig - Wolf, Dvorschak, Zickert, Schulte; Peßolat (77. Grösch), Riemer; Fries (68. T. Schmidt), Trytko (85. Ibold), Schlosser; Huke
Leverkusen: Leno; Schwaab, Friedrich, Wollscheid, Kadlec; Bender, Rolfes, Castro (68. Reinartz), Rolfes, Bellarabi (68. Sam), Schürrle; Kießling (85. Fernandes)
Tore: 0:1 Rolfes (2.), 0:2 Bellarabi (15.), 0:3 Kießling (81.), 0:4 Fernandes (90.)
Schiedsrichter: Stieler (Hamburg)
Zuschauer: 8043







